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Der leerstehende Gebäudekomplex der ehemaligen Hochtaunuskliniken in der Urseler Straße.

Bad Homburg

Investor für altes Klinik-Areal gesucht

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Die alten Klinikgebäude in Bad Homburg sollen bis 2020 abgerissen werden. Der Kreistag beschließt einstimmig eine Änderung des sogenannten "Mega-Deals" zwischen Kreis und Stadt.

Bis auf dem ehemaligen Klinikareal zwischen Urseler Straße und Hessenring die ersten neuen Bewohner einziehen können, wird zwar noch einige Zeit vergehen. Doch immerhin ist nun ein weiterer Schritt dahin getan. Der Kreistag hat einstimmig eine Änderung des sogenannten „Mega-Deals“ zwischen Kreis und Stadt beschlossen, der neben dem Klinikareal noch weitere Grundstücke umfasst. 

Wenn das Bad Homburger Stadtparlament Anfang des kommenden Jahres ebenfalls zustimmt, kann der Kreis offiziell auf Investorensuche gehen und ein Bieterverfahren für das seit Jahren brachliegende Klinikgelände eröffnen. Der Investor soll sich dann auch um den Abriss der Altgebäude kümmern; Ziel ist, dass er dies im ersten Halbjahr 2020 tut.

An Interessenten dürfte es dennoch nicht mangeln – das innenstadtnahe 33 000 Quadratmeter große Areal gilt als Filetgrundstück. Laut einem städtebaulichen Entwurf, den die Stadtverordneten im vergangenen Jahr beschlossen haben, können darauf 270 Wohneinheiten entstehen, in einer Mischung aus Geschossbau und Einfamilienhäusern. 20 Prozent der Wohnungen sollen sich im bezahlbaren Segment bewegen, davon die Hälfte in Form von klassischen Sozialwohnungen. 

Insgesamt ist die geplante Bruttogeschossfläche (BGF) auf dem alten Klinikareal allerdings 800 Quadratmeter geringer als in dem 2015 abgeschlossenen „Mega-Deal“ vorgesehen. Als Ausgleich soll das benachbarte Gelände der ehemaligen Georg-Kerschensteiner-Schule entsprechend dichter bebaut werden. Hier ist laut der neuen Vereinbarung nun eine Bruttogeschossfläche von 4800 Quadratmetern (statt 4000) möglich. 

Auf dem ehemaligen Schulgrundstück sollen ausschließlich günstige Wohnungen entstehen. Deshalb ist in den überarbeiteten Verträgen auch nicht mehr von einer Vergabe an den Meistbietenden die Rede. Stattdessen soll eine Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft den Bau der 50 bis 60 Wohnungen für rund 200 Menschen in die Hand nehmen. Darüber gebe es bereits Gespräche, teilte der Erste Kreisbeigeordnete Uwe Kraft (CDU) im Kreistag mit. Noch sei aber nichts entschieden; möglicherweise sei auch eine Kooperation von zwei Gesellschaften möglich. 

SPD-Fraktionschef Stephan Wetzel geht davon aus, dass die Wohnungen auf dem Kerschensteiner-Areal deutlich schneller fertig sein werden als die auf dem Klinikgelände. Sollte auch das Bad Homburger Parlament grünes Licht geben, könnte noch 2019 der Bauantrag gestellt und ein Jahr später bereits gebaut werden. Die Vereinbarung zwischen Kreis und Stadt sieht vor, dass für das Kerschensteiner-Grundstück kein Bebauungsplan aufgestellt werden muss. 

Teil des „Mega-Deals“ sind darüber hinaus das Altgelände der Maria-Scholz-Grundschule. Laut dem ursprünglichen Vertrag wäre das Grundstück, nach dem Umzug der Schule in einen Neubau, ins Eigentum der Stadt übergegangen. In der neuen Version verzichtet die Kommune darauf, der Kreis kann das Gebäude noch bis zum Schuljahr 2025/26 als Ausweichstätte bei weiteren Schulbauprojekten verwenden. Dabei geht es wohl vor allem um die Gesamtschule am Gluckenstein, die voraussichtlich ab dem zweiten Halbjahr 2020 saniert oder neu errichtet werden soll.

Im Gegenzug erhält Bad Homburg eine 1700 Quadratmeter große Fläche des ehemaligen Klinikareals, um dort eine Kindertagesstätte einzurichten. Außerdem werden die Mietverträge der drei Gebäude „Berlin“, „Schlesien“ und „Pommern“, die sich ebenfalls auf dem Klinikgelände befinden, bis Ende 2021 beziehungsweise 2022 verlängert. Die Stadt nutzt die Häuser als Flüchtlingsunterkünfte.

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