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Bad Homburg

Austausch auf Chinesisch

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Der Verein zur Förderung der Freundschaft von Bad Homburg mit Lijiang ist weiter aktiv. Zwei Studenten sind derzeit zu Gast.

Die Diskussion, ob Bad Homburg eine offizielle Partnerschaft mit der chinesischen Stadt Lijiang eingehen soll, liegt derzeit auf Eis. Das wissen auch Bernd Vorlaeufer-Germer und Hellmuth Bollmann. Die beiden Vorstandsmitglieder der Vereins zur Förderung der Freundschaft der beiden Städte werden deswegen aber nicht weniger aktiv. Ganz im Gegenteil. Derzeit betreuen sie beispielsweise für wenige Tage zwei chinesische Studenten.

Minna Wang und Jürgen Zhou haben eigentlich andere, eben chinesische Vornamen. Da beide aber an der Universität in Lijiang neben Englisch im Nebenfach auch Deutsch studieren, haben sie sich – so ist das üblich – deutsche Vornamen gegeben.

Noch sind Minna und Jürgen aber etwas scheu, was vor allem daran liegt, dass sie bisher erst Bruchstücke der deutschen Sprache erlernt haben. „Englisch ist unser Hauptfach, Deutsch steht bis jetzt noch nicht im Mittelpunkt“, erklärt Jürgen. Um das zu ändern, haben sich die beiden einiges vorgenommen. Heute Abend fahren sie mit dem Zug nach Heidelberg, wo am Montag ein vierwöchiges intensives Deutsch-Training beginnt. Dort treffen sie auch auf viele weitere Studenten aus ihrem Heimatland.

Bevor es aber nach Heidelberg geht, wollten Jürgen und Minna unbedingt noch einmal nach Bad Homburg. Hier waren sie im vergangenen Jahr schon, als Teil einer elfköpfigen Reisegruppe aus Lijiang, die auch von Vertretern der Stadtpolitik empfangen wurde.

Der damalige Oberbürgermeister Michael Korwisi ist Mitglied im Freundschaftsverein. 2015 waren die Chinesen rund zwei Wochen zu Besuch, „und wir haben uns quasi alles hier und in der Umgebung angeschaut“, erinnert sich Minna.

In diesem Jahr ging es etwas komprimierter zu. Minna kam erst am Donnerstag aus Lübeck, wo sie ein paar Tage bei ihrer Deutsch-Dozentin aus Lijiang verbracht hat; Jürgen ist gar erst am Freitagmorgen gelandet.

Da hatte seine Kommilitonin bereits einen Besuch an der Accadis-Hochschule inklusive Teilnahme an einem deutsch-englischen Theater-Workshop, eine Fahrt auf den Herzberg und ein Abendessen im Bürgerhaus Kirdorf hinter sich. Gestern haben beide gemeinsam mit Vertretern des Vereins die Altstädte von Oberursel und Kronberg besucht, heute soll es dann nach Limburg gehen.

Mit dabei ist dann auch das Ehepaar Mittmann aus Kirdorf. Dort kommen die beiden Studenten unter. Die Mittmanns waren 2013 selbst als Teil der ersten Bürgerreise in Lijiang – „und total begeistert“, sagt Walter Mittmann.

Er freut sich vor allem auf das heutige Frühstück mit seinem Sohn Roland. Der ist Stadtverordneter der CDU, sehr gut bekannt mit Bad Homburgs Oberbürgermeister und Parteikollegen Alexander Hetjes – und liiert mit einer Frau, die zwei Jahre in China gelebt hat. Ob danach die Diskussion um die offizielle Partnerschaft beider Städte wieder an Fahrt gewinnt, sei einmal dahingestellt. „Diese Entscheidung fällt eh auf ganz anderer Ebene“, ist sich Bernd Vorlaeufer-Germer sicher.

Hellmuth Bollmann ist da eher pragmatisch: „Ob das Ganze irgendwann mal offiziell wird, ist relativ egal. Wir wollen einfach den Kontakt halten und den Bürgern die Möglichkeit bieten, Lijiang kennenzulernen.“

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