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Carsten Trumpp ist Bürgermeisterkandidat.

Oberursel

Carsten Trumpp soll als Bürgermeister kandidieren

  • Torsten Weigelt
    vonTorsten Weigelt
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Der CDU-Vorstand nominiert den Vorsitzenden der TSGO, Carsten Trumpp, als Oberurseler Bürgermeisterkandidaten. Er will Bauprojekte reduzieren und die Luft in der Stadt verbessern.

Wenn im März 2021 alles so ausgeht, wie es sich der Vorstand der Oberurseler CDU erhofft, wird sich die Turn- und Sportgemeinde einen neuen Vorsitzenden suchen müssen. Denn TSGO-Chef Carsten Trumpp soll für die Christdemokraten das Bürgermeisteramt zurückerobern. So hat es das Führungsgremium der Partei am Freitagabend beschlossen. „Nach zähem Ringen“, wie der Oberurseler CDU-Vorsitzende Thomas Poppitz in einem Gespräch mit der Presse zugab. Endgültig über die Kandidatur entscheiden werden die Parteimitglieder in einer Versammlung Mitte September. Der genaue Termin steht noch nicht fest.

Trumpp habe aus Sicht des Vorstands die größten Chancen, für die CDU die Bürgermeisterwahl zu gewinnen, begründete Poppitz die Nominierung des Noch-50-Jährigen (am Donnerstag hat er Geburtstag). Als Vorsitzender des größten Sportvereins im gesamten Hochtaunuskreis mit 5000 Mitgliedern sei Carsten Trumpp „ein bekanntes Gesicht in Oberursel“ betonte CDU-Fraktionschef Jens Uhlig. Hinzu komme seine langjährige Verwaltungserfahrung.

1988 hat Trumpp in der Oberurseler Stadtverwaltung als Sachbearbeiter angefangen, seit 2012 ist er Abteilungsleiter und stellvertretender Geschäftsbereichsleiter für Einwohnerservice, Ordnung und Sicherheit. Nach der Mittleren Reife hat er berufsbegleitend ein Studium zum Diplom-Verwaltungswirt abgeschlossen.

Dass er um das Amt das Rathauschefs mit seinem Vorgesetzten, dem Ersten Stadtrat Christof Fink (Grüne), konkurriert, sieht Carsten Trumpp gelassen. Er habe Fink direkt nach seiner Nominierung darüber informiert. „Er hatte es wohl auch schon geahnt.“ Klar sei, dass er bei der nächsten Wahl nicht mehr wie bislang üblich die Funktion des stellvertretenden Wahlleiters bekleiden könne, so Trumpp. Ansonsten müsse nun Fink entscheiden, wie die weitere Zusammenarbeit aussehe.

Inhaltlich möchte Carsten Trumpp sich auf drei Themen konzentrieren. Zum einen sei es Zeit, die Anzahl der Bauprojekte zu reduzieren. In den vergangenen Jahren habe die Brunnenstadt eine erhebliche Verdichtung erlebt. „Wir müssen ein wenig zur Ruhe kommen“, findet der 50-Jährige.

Damit zusammen hängt Thema Nummer zwei: der Erhalt der Grünanlagen. Dabei gehe es darum, die Luftschneisen zu erhalten und eine weiteres Aufheizen der Innenstadt zu verhindern. Und drittens will Trumpp bei der schon seit Jahrzehnten geplanten Anbindung der Weingärtenumgehung an die Nassauer Straße endlich einen Schritt weiterkommen. Dass in den kommenden sechs Jahren aber bereits die Bagger rollen, könne er aber nicht versprechen.

Der Nachwuchs mag ihn

Als eine große Stärke bezeichnet Trumpp selbst seine Fähigkeit zum Dialog. Als Vorsitzendem der TSGO sei es ihm in den vergangenen sieben Jahren gelungen, Wünsche und Bedürfnisse aller Altersschichten aufzunehmen. Dabei habe ihm vor allem die Jugendarbeit am Herzen gelegen. „Manchmal muss man dabei auch unkonventionelle Wege gehen und ganz neue Angebote entwickeln.“

Damit hat er auch die Junge Union (JU) von sich überzeugt. Trumpp habe die „volle Unterstützung“ des CDU-Nachwuchses, betonte die stellvertretende JU-Vorsitzende Ronja Quooß. Alle seien hochmotiviert für einen „coolen, innovativen Wahlkampf“.

Wie der genau aussehen wird, dazu wollte Carsten Trumpp sich vorerst noch nicht äußern. Sicher würden Social Media eine Rolle spielen, aber auch traditionelle Plakate. Zunächst einmal wolle er jedoch die Mitgliederversammlung der CDU abwarten. Denn da besteht immer noch die Möglichkeit, dass Gegenkandidaten ihren Hut in den Ring werfen.

Zumal Trumpp offiziell noch kein CDU-Mitglied ist. Der Antrag liege aber der Kreisgeschäftsstelle vor, sagte Thomas Poppitz. Die Annahme ist nur noch Formsache. Er habe es als städtischer Bediensteter bislang auf strikte Neutralität geachtet, betonte Trumpp, auch wenn er sich „vom Herzen her immer der CDU zugehörig gefühlt“ habe. Das ist bei Carsten Trumpp schon familiär bedingt. Vater Gerhard war lange Jahre Stadtverordneter in Bad Homburg und Mutter Karin engagierte sich für die Christdemokraten in der Kreispolitik. Da habe er schon als kleiner Junge mitbekommen, wie es in der Politik und in Wahlkämpfen zugehe, schilderte er.

Theoretisch wäre es auch möglich gewesen, dass Carsten Trumpp als Parteiloser für die CDU bei der Bürgermeisterwahl antrete, sagte Thomas Poppitz. Doch aus dem Vorstand und auch den Reihen der Mitglieder sei der Wunsch geäußert worden, dass der Kandidat auch der Partei angehören solle.

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