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Bunter Lindwurm mit Rollis

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Am Zimmersmühlenlauf nehmen rund 1400 Menschen teil und stellen den fünften Teilnehmerrekord auf. Sie laufen für und mit behinderten Menschen.

Von Jürgen Streicher

Der Traum geht weiter. Der Traum, immer mehr Menschen wenigstens einmal im Jahr auf die Straße zu bringen, um für die Integration behinderter Menschen zu demonstrieren. Nicht mit Transparenten, Plakaten und markigen Sprüchen, sondern mit Sportsgeist. Und einem gemeinsamen Ziel – je nach Form zwischen 1,5 und sechs Kilometer laufend durch das Oberurseler Gewerbegebiet Süd zu absolvieren, mit Start- und Zielpunkt an den Werkstätten für Behinderte. Gestern Abend haben rund 1400 Menschen diesen Sports- und Sozialgeist demonstriert und damit im fünften Jahr des „Integrativen Zimmersmühlenlaufs“ den fünften Teilnehmerrekord aufgestellt.

So sollte es sein, so hatte sich der frühere Betriebsleiter der Oberurseler Werkstätten Karlheinz Roth sich das vorgestellt, als er 2006 den Zimmersmühlenlauf erfand. Sport als verbindendes Glied zwischen Menschen mit und ohne Behinderung. Laufen für Integration. Das passte in den Zeitgeist: spontanes projektbezogenes Engagement für eine Sache, wobei die Teilnehmer auch sich selbst Gutes tun und nach außen Flagge zeigen, Gesinnung demonstrieren. 425 Frauen und Männer belebten den Traum bei der Premiere, Sportler, Schreibtischhocker, örtliche Prominenz, Politiker, behinderte Menschen und Rolli-Fahrer machten sich gemeinsam in bunter Reihe auf den Weg durchs Gewerbegebiet.

Wenn es wie bei den großen Vorbildern, dem JP Morgan Challenge oder dem „Lauf für mehr Zeit“ zugunsten der Aids-Hilfe, bei den Teilnehmerzahlen weiter so bergauf geht und die bunte Läuferschlange immer länger und breiter wird, dann muss der diesmal nicht mitrennende Schirmherr, Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD), wohl bald auch die zweite Straßenhälfte im Zimmersmühlenweg und in der Ludwig-Erhard-Straße während des Laufs für den Verkehr sperren, damit es keine Staus gibt.

Mit offiziellem Bürgermeister-Briefkopf hatte er vor der Premiere 2006 alle Unternehmen im prosperierenden Gewerbegebiet angeschrieben und die Idee der Kommunikationsplattform vorgestellt. Kommunikation beim Lauf und beim anschließenden „Come together“ im Hof der Werkstätten mit Bier, Bratwurst und Live-Musik. Die Idee kam an, der Reiseriese Thomas Cook schickte diesmal allein 142 Läufer, die Werkstätten selbst waren mit 115 Teilnehmern dabei, Rolls Royce mit 76 Startern. Es gehört inzwischen dazu, dabei zu sein, und es war wieder mal ein langer feucht-fröhlicher Abend gestern im Hof der Oberurseler Werkstätten.

Der Traum aber soll noch viel weiter gehen. „Ja, ja, ja“ antworten der Bürgermeister, Landrat Ulrich Krebs und Werkstattleiter Hans-Georg Riehl auf die Frage, ob der Integrationslauf denn nun 2011 in den Hessentag integriert wird. „Wir hätten ihn gerne in der Stadt“, sagt Brum, noch aber sei nicht klar, ob der Lauf wie angedacht über die Hessentagsstraße geführt werden kann. Um vielleicht erstmals als „1. Integrativer Hessentagslauf“ auch im Fernsehen anzukommen und vor allem noch viel mehr Menschen für die Idee der Integration behinderter Menschen zu begeistern. Im Sport, bei der Arbeit, im Alltag. Auf jeden Fall wollen auch der Bürgermeister und der Landrat dann die Laufschuhe schnüren. Haben sie jedenfalls gestern gesagt. Am liebsten wären sie zwei von 2011 Startern.

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