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Bürgermeister Krug vereidigt

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Grün-Rot bis in die Krawatte :  Karl Heinz Krug (links) und  OB Michael Korwisi.
Grün-Rot bis in die Krawatte : Karl Heinz Krug (links) und OB Michael Korwisi. © Renate Hoyer

Elternproteste gegen die Erhöhung von Krippengebühren begleiten die Haushaltsdebatte im Stadtparlament.

Von Martina Propson-Hauck

Seine Parteifreunde von der SPD schenkten ihm einen großen Abacus und einen Strauß roter Amaryllis. Die „Rechenmaschine“ schwenkte der gestern Abend frisch vereidigte Bürgermeister Karl Heinz Krug (40) in Richtung des Kämmereileiters Meinhard Matern. Der wäre zwar auch gern Bürgermeister geworden, hatte für die CDU seinen Hut in den Ring der Bewerber geworfen, aber die Mehrheit des Viererbündnisses aus Grünen, SPD, BLB und NHU entschied sich für Krug. Immerhin hatte es am 25. August, dem Tag der Wahl im Parlament, eines zweiten Wahlganges bedurft, damit Krug 25 von 49 Stimmen erhielt.

„Auf trotzdem gute Zusammenarbeit“ sollte die freundliche Geste vermutlich bedeuten. Denn vom 15. Februar an wird der Wirtschaftsfachmann Krug sich als Dezernent um die städtischen Finanzen kümmern. Bislang hat er für das Versicherungsunternehmen Axa und als selbstständiger Unternehmensberater gearbeitet. Aus beruflichen Gründen konnte er sein Amt auch nicht sofort antreten. Sein Mandat als Kreistagsabgeordneter der SPD hat er bereits niedergelegt.

Mehr als ein Abacus gefragt

„Die Debatte hat gezeigt, dass es sehr viele Themen für mich geben wird“, sagte er nach seiner offiziellen Vereidigung durch Oberbürgermeister Michael Korwisi (Grüne) und Stadtverordnetenvorsteher Axel Dierolf (NHU). Vorausgegangen war eine kontroverse, zweieinhalbstündige Haushaltsdebatte.

Er wird sein Amt mit einem ausgeglichen Doppelhaushalt für 2012/2013 antreten, dafür haben Korwisi als bisheriger Kämmerer und die Partner des Viererbündnisses gesorgt. Die stimmten mit Unterstützung des Linken-Abgeordneten mit 25 zu 23 Stimmen dem Haushalt zu, CDU und FDP lehnten wie erwartet ab.

Bei der dritten und abschließenden Sitzung zum Thema Haushalt konzentrierte sich die Diskussion vor allem auf die geplanten Gebührenerhöhungen für Krippe und Hort. Dafür sorgten schon mehr als 30 Eltern, die ihre Ankündigung wahrgemacht hatten und ihre Kleinkinder mit in die Zuschauerreihen brachten, um gegen die Erhöhung der Krippengebühr um monatlich 50 Euro verteilt auf die nächsten zwei Jahre zu protestieren.

Ungewohnt laut ging es deshalb zu, turbulent und wuselig. Das zehrte an den Nerven vieler Beteiligter. Die Kinder rannten und flitzten, tobten und weinten, krähten und jauchzten, wie es Kinder eben tun, während die Stadtverordneten letzte Wortgefechte absolvierten. Die CDU sprach angesichts der geplanten Erhöhungen von einem „Irrweg“, den sie nicht mitgehen werde. Die FDP forderte indes, die Kita-Gebühren wieder einzuführen, um 1,6 Millionen Euro einzunehmen. Nach dem Willen der Koalition soll der Kindergartenplatz für Drei- bis Sechsjährige in der Kurstadt aber kostenlos bleiben.

Zwischenzeitlich wuselten Zweijährige auch in den Reihen der Parlamentarier herum, was den Stadtverordnetenvorsteher zu einem Ordnungsruf an die Eltern veranlasste. Auch die demonstrative Übergabe eines Protestplakats zwischen zwei Tagesordnungspunkten konnte er nicht billigen.

„Man glaubt ja fast, hier würde die soziale Kälte ausbrechen“, schaltete sich Korwisi in die Haushaltsdiskussion ein. Er erinnerte daran, dass in kurzer Zeit 157 Krippen- und 122 Hortplätze geschaffen worden seien und die Stadt in den nächsten beiden Jahren Millionenbeträge in Neubauten von Kitas und Betreuungszentren stecke.

Sozialdezernent Dieter Kraft (Grüne) erläuterte, dass ein Krippenplatz, der die Stadt rund 900 Euro kostet, für 160 Euro immer noch sehr günstig ist, günstiger als in allen Nachbarstädten.

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