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Bürgermeister auf der Guillotine

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Der Oberurseler Geschichtsverein Ursellis Historica veranstaltet am Bachpfädchen nahe der Marxstraße eine mittelalterliche Feyerey. Auf Bürgermeister Brum wartet dabei Ungemach.

Auf lieblichem Platze lagern Kriegerschaft Taunus und Ritterschaft Friedberg in Frieden beieinander und laben sich an Furz- und Olivenseele. In Hörweite hockt die Reifenberger Walburga, erzählt vom Untergang alter Geschlechter. So soll es sein, am kommenden Wochenende bei der 2. Oberurseler Feyerey am Bachpfädchen nahe der Marxstraße. Der Mittelaltermarkt mit über sechzig Handwerkern und Händlern beginnt um elf Uhr am Samstagmorgen und dauert bis Sonntag, 18 Uhr. Einen Vorgeschmack auf Gaukler und Vaganten bietet ein Auftritt der Mittelalter-Band „Skalden“ am Freitagabend zwischen 20 und 22 Uhr.

Veranstalter des Spektakels ist Ursellis Historica, ein achtzig Mitglieder starker Verein aus Oberursel. „Unser Einzugsgebiet reicht von Frankfurt bis Neu-Anspach“, sagt Marcus Keimling, Vorsitzender der vor zwei Jahren gegründeten Gemeinschaft. Während die Frauen und Männer im Alltag den verschiedensten Berufen nachgehen, eint sie die Begeisterung für historische Lebensbedingungen. „In unseren Reihen finden sich Fachleute für die Epochen Keltentum bis Hochmittelalter.“

Ein Dutzend Leute sei zu Beginn gemeinsam auf die einschlägigen Märkte gefahren – „dann wollten wir so etwas auch in Oberursel organisieren“. Heute informieren sie Schulklassen über die Zeit des Mittelalters, bieten Kräuterwanderungen und üben sich in den Künsten des Freikampfes und textilen Gestaltens. „Mit der Feyerey bieten wir ein großes Fest“, so Keimling. Nach seiner Schätzung kamen rund sechstausend Besucher zum Mittelaltermarkt im vergangenen Jahr. Zu stemmen sei das Ganze nur mit Sponsoren.

Auch Bürgermeister Hans-Georg Brum kann seinem Schicksal nicht entgehen, wenn er am Samstagmittag zur Wasserguillotine geführt wird. Während Kinder sich im Lanzenstechen versuchen und der Seiler den Hanf dreht, bugsieren die Harzschützen ein Spanferkel über die feurige Glut.

Das Jammern des Bürgermeisters geht unter im Gekreische der Seelenverkäuferin, die ihr Backwerk anpreist: Laiber, gebacken aus Weizenmehl, und mit Kümmel, Käse, Rosinen und anderen Kleinigkeiten bestreut – damit die arme Seele nicht hungrig von dannen strebe. ( ov)

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