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Der Philosophenweg führt als öffentlicher Weg durch den Opel-Zoo.

Hochtaunus

Hochtaunus: Bürger stimmen über öffentlichen Opel-Zoo-Weg ab

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Das Königsteiner Parlament macht den Weg für einen Bürgerentscheid über den Philosophenweg frei. Kronberg will den Vertrag mit dem Tierpark notfalls allein umsetzen.

Die Wahlberechtigten in Königstein werden im kommenden Jahr am 26. April über den Philosophenweg, der als öffentlicher Weg durch den Opel-Zoo führt, abstimmen. Das hat das Stadtparlament am späten Donnerstagabend mit der Mehrheit des Bündnisses aus CDU, SPD, FDP und Grünen beschlossen. Damit wird aus dem Bürgerbegehren der Initiative „Philosophenweg für alle“ ein Bürgerentscheid.

Die Initiative war entstanden, nachdem das Parlament im Mai dieses Jahres zwei Verträgen mit dem Opel-Zoo und der Nachbarstadt Kronberg zugestimmt hatte, die dem Zoo das Recht zusprechen, den Philosophenweg zu schließen. Im Gegenzug sollen Kronberger und Königsteiner während der Öffnungszeiten des Tierparks einen kostenfreien Zugang von einer Stunde erhalten. Hinzu kommt die Möglichkeit, eine Jahreskarte zum halben Preis zu kaufen.

Diese Vereinbarungen seien der „Abschluss einer langen Reihe von Verhandlungen gewesen“, sagte Bürgermeister Leonhard Helm (CDU). Am Anfang habe sogar die Gefahr bestanden, dass der Philosophenweg komplett dicht gemacht werde.

Dagegen forderte die Fraktionsvorsitzende der oppositionellen Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein (ALK), Nadja Majchrzak, die Verhandlungen mit Kronberg und dem Zoo noch einmal neu aufzunehmen. Beim Abschluss der Verträge sei der Bürgerwille ignoriert worden.

1630 Unterschriften hat die Königsteiner Initiative „Philosophenweg für Alle“ im vergangenen Sommer für ein Bürgerbegehren gesammelt. Nötig wären knapp 1300 Unterschriften gewesen. Ziel der Initiative ist es, den Philosophenweg, der mitten durch den Opel-Zoo führt, als öffentlichen Weg zu erhalten.

Der Hessische Städtetag und der Hessische Städte- und Gemeindebund bewerten das Bürgerbegehren als rechtlich zulässig. Dem hat sich nun auch das Königsteiner Stadtparlament angeschlossen. twe

Die ALK, die in Königstein die größte Stadtverordnetenfraktion stellt, hätte am liebsten direkt der Forderung der Initiative stattgegeben und noch am Donnerstag den Beschluss über die beiden Abkommen aufgehoben – womit der Bürgerentscheid überflüssig geworden wäre. Doch damit konnte sie sich gegen das Viererbündnis nicht durchsetzen.

Bei der Entscheidung über den Philosophenweg handele es sich um eine wichtige Frage, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Alexander Hees. „Deswegen wollen wir sie auf breite demokratische Füße stellen.“ Die Bürgerinitiative habe „einen guten Beitrag zur demokratischen Kultur“ geleistet, ergänzte Tilmann Stoodt (SPD). Inhaltlich wandte er sich aber ebenso wie die anderen Redner aus dem Viererbündnis gegen die Forderung des Begehrens.

Dadurch, dass das Kronberger Parlament den Verträgen bereits zugestimmt habe, gebe es eine neue Situation, sagte Alexander Hees. Schließlich befinde sich der Zoo auf Kronberger Gemarkung. „Wir haben nicht die Planungshoheit.“ Kündige man einseitig die Verträge, könne das den Charakter eines „No-Deal-Brexit“ annehmen. Dann gingen auch die ausgehandelten Vergünstigungen verloren.

Stoodt warnte davor, den Konflikt mit der Nachbarstadt „auf die Spitze zu treiben“, etwa durch eine Klage. Auch Michael-Klaus Otto (FDP) und Bärbel von Römer-Seel warben für den erzielten Kompromiss.

Dagegen warf Nadja Majchrzak den Politikern in der Nachbarkommune einen Alleingang vor. Und ihr Fraktionskollege Andreas Colloseus erklärte, der Philosophenweg als historischer Verbindungsweg könne nicht einseitig von einer Stadt eingezogen werden.

Kronbergs Bürgermeister Klaus Temmen (parteilos) wiederum kündigte im Gespräch mit der FR an, den Beschluss der eigenen Stadtverordnetenversammlung umzusetzen. „Ich hoffe noch immer auf einen gemeinsamen Weg“, sagt er in Richtung Königstein. Notfalls werde Kronberg aber auch alleine weitermachen.

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