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Les Brünettes präsentieren eine Hommage auf die Beatles.

Kelkheim

Brünette Girls besingen Beatles

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Das Rheingau-Musik-Festival ist Ehrengast beim 23. Kultursommer.

Am Anfang, sozusagen als Vorspiel, steht Michael Quast. Ein passender Mann für die Eröffnung eines Kultursommers? Unbedingt, finden Bürgermeister Albrecht Kündiger und seine umtriebige Kulturreferentin Beate Matuschek, die für das bunte Programm verantwortlich ist. „Redeschlachten und Revolutionslieder“ bringt der Schauspieler, Kabarettist und Conférencier mit, um mit einem knappen Jahr Verspätung an die Geburtsstunde der Demokratie in der Frankfurter Paulskirche vor 170 Jahren zu erinnern. Im Plenarsaal des Rathauses natürlich tritt Quast am 22. Mai auf, wo heute „ganz andere Redeschlachten geschlagen werden“, wie der Bürgermeister augenzwinkernd anmerkt.

Die eigentliche, noch ein bisschen offiziellere Eröffnung des inzwischen 23. Kelkheimer Kultursommers findet rund um die Sommersonnenwende statt und vereinigt zwei wichtige Elemente der Kulturreihe, „mit der wir uns als Stadt dieser Größenordnung in der Region sehen lassen können“, so der ob des „hohen Niveaus“ stolze Bürgermeister. Und dies an einem besonderen Ort. Der Rettershof im Ortsteil Fischbach mit Gutshof und Schlossgarten am Romantik Hotel Rettershof bietet die Kulisse und die Plattform für lokale Helden der Kulturszene und für überregional bekannte Künstler und Stars. Beim „Tag des Liedes“ am 16. Juni sind die Sänger und Musiker von über 20 Kelkheimer Gesangvereinen, Chören und Orchestern die Stars auf der Bühne im Innenhof des Gutes, das mit der Veranstaltung seine kulturelle Wiederbelebung nach dem verheerenden Brand vom vergangenen Sommer erlebt. Im 15-Minuten-Rhythmus sollen die Auftritte erfolgen. Ein paar Schritte oberhalb im Schlossgarten des Hotels spielt und singt am 23. Juni Laith Al-Deen mit seiner Band, Insider sprechen vom „Höhepunkt des Kultursommers“ mit einem „charismatischen Sänger“.

Oder ist das doch eher das Intermezzo der vier singenden Damen, die sich „Les Brünettes“ nennen und das Leben der Beatles musikalisch in Augenschein nehmen? Sie bieten am ersten Juliwochenende eine Doppelvorstellung im Rettershof, ein Gastspiel der seit vielen Jahren treuen Partner vom „Rheingau Musik Festival“. Der Sommer bietet Pop, Jazz, Rock, Lesung, Comedy, Klassik, Theater und Open-Air-Kino. Durchaus auch im Doppelpack, etwa bei der beliebten Reihe „Marktplatz Open Air“ in der Kelkheimer Stadtmitte. Um die 1000 Besucher wurden da in den vergangenen Jahren bei freiem Eintritt stets gezählt. Hier geben sich lokale Größen wie die „Flying Horses“, die Band „Faltenrock“ und die „Transuse Horror Band“ mit „Kelkheimer Volksmusik“ die Ehre. Wenn’s dann nach drei Stunden heftiger Musik richtig dunkel ist, gibt’s zum Nachtisch noch einen Film auf der großen Leinwand. Und als „Special Guests“ am 11. August die legendäre „Frankfurt City Blues Band“, die noch immer flott aufspielt.

Der Kultursommer geht auch in die Ortsteile, allein fünf Termine gibt es anlässlich der Fischbacher Kerb im September. Da wird die Kultur dann auch mal etwas rustikaler und volkstümlicher, etwa mit der Gruppe „Aischzeit“, die mit dem Label „Happy Party Power pur!“ angekündigt wird. Das dürfte auch bei der Mallorca Disco Party mit „Icke Hüftgold“ der Fall sein und wenn das geniale Duo „Mundstuhl“ auftritt. Mit einem Erntedank- und Handwerkerfest im Rettershof geht die diesjährige Sommerparty zu Ende. „Wir wollen das hohe Niveau halten“, sagte Albrecht Kündiger bei der Präsentation des Programms. Die Liste der Mitveranstalter, Unterstützer und Sponsoren ist lang, wie tief die Stadt dafür in die Tasche greifen muss, war nicht vom Bürgermeister zu erfahren.

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