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Brandauer kommt nach Bad Homburg

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Von: Andrea Herzig

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Große Namen als lohnende Zugpferde sind das Konzept des Poesie & Literaturfestivals. Bei ihrer sechsten Auflage ist den Machern um Bernd Hoffmann und die Artist Agency GmbH nun ein besonderer Wurf gelungen: Brandauer kommt .

Der Brandauer kommt. Am 6 Juni, dem Vorabend der Vergabe des Hölderlinpreises wird der Darsteller des Mephisto, des Bond-Bösewichts, des Baron Blixen, der langjährige Burgschauspieler im Kurtheater Bad Homburg seine Version eines literarischen Klassikers verkörpern: Goethes Faust, in der Lesart Klaus Maria Brandauers ein gefesselter Prometheus. Musikalisch am Klavier begleitet von Arno Waschk.

Große Namen als lohnende Zugpferde sind das Konzept des Poesie & Literaturfestivals. Bei ihrer sechsten Auflage ist den Machern um Bernd Hoffmann und die Artist Agency GmbH nun ein besonderer Wurf gelungen, Brandauer mache sowas nur zweimal im Jahr, sagt Hoffmann, der künstlerische Leiter des Festivals. Bad Homburg darf sich also geehrt fühlen.

Das Publikum ist treu und es mehrt sich, auch wenn es die 40 im Schnitt überschritten hat. Die Veranstalter hoffen, diesmal die 5000er-Marke zu knacken. Angefangen hat man vor sechs Jahren mit etwa 2200 Zuschauern. Der Ruf des Festivals gehe über die Grenzen der Stadt längst hinaus, freut sich OB Korwisi. Er habe im vergangenen Jahr einen Festival-Fan kennengelernt, der eine ganze Woche zu Gast war in der Stadt.

Wer sich das leisten kann, der muss ein gute Einkommen haben, denn die Eintrittspreise sind nicht billig – die engagierten Schauspiel-Stars vermutlich auch nicht. Von 16 bis 89 Euro kosten die Billetts, im Schnitt liegen sie zwischen 30 und 40 Euro. Allerdings gibt es Ermäßigungen: Jeweils fünf Euro für Schüler- und Studenten, sowie Bad Homburg-Pass-Inhaber.

Auch an die Kulturloge, sagen die Veranstalter, werden Karten abgegeben. Ein kostenloses Familienevent wird es in diesem Jahr nicht gebe, es finde ja bereits das Kinder Literaturfestival für diese Klientel statt, argumentiert Hoffmann.

Apropos Geld. Über die genauen Gesamtkosten schweigt der Veranstalter, auch die Gagen der Stars bleiben Geschäftsgeheimnis. Der Zuschuss der Stadt Bad Homburg betrug 2014 40 000 Euro. Das sind ungefähr 15 Prozent der Gesamtkosten, schätzt Bernd Hoffmann, die demnach bei 265 000 Euro liegen.

Für den Haushalt 2015 hat die SPD-Fraktion nun den Antrag gestellt, den Zuschuss auf 30 000 Euro zu senken. Bei dieser Summe war er schon einmal. Im Jahr 2013 standen 33 000 Euro im Haushalt. Die SPD, so deren Vorsitzende Barth, ist der Meinung, dass die städtischen Zuschüsse nach der Etablierung des Festivals zurückgefahren werden könnten.

Auch von der CDU kommt Gegenwind. Stadtverordnete Bettina Gentzcke reichte einen Antrag an den Kultur-Ausschuss mit der Frage ein, warum überhaupt weiterhin städtische Zuschüsse für das Literaturfestival vorgesehen seien.

Diese Diskussion wird einem nicht gefallen: Ralf Wolter, Geschäftsführer der Kur- und Kongress GmbH, der sich engagiert für das Werbepotenzial des Festivals ausspricht. Ein gutes kulturelles Angebot verbessere Lebensqualität und das Image einer Stadt. Es gebe nicht viele Städte von der Größe Homburgs, die eine solche kulturelle Vielfalt von den Blickachsen bis hin zum Poesie-Festival zu bieten hätten. „Was ist eine Stadt wert?“ Das gute Image wirke sich auch auf die Grundstückspreise aus.

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