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Wie zur Blütezeit des Kurwesens

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Hessischer Städteatlas zeigt historische Straßen und Gebäude Bad Homburgs

Von Martina Propson-Hauck

Wie hat Bad Homburg eigentlich zur Blütezeit des Kurwesens im 19. Jahrhundert ausgesehen, wie 300 Jahre zuvor? Diese und andere Fragen beantwortet jetzt der neu erschienene Hessische Städteatlas Bad Homburg, der am Mittwoch Abend im Gotischen Haus vorgestellt worden ist.

Der Begriff „Atlas“ führt in die Irre, denn es handelt sich dabei nicht um einen wirklichen Atlas: Ein Textheft im DinA4 Format plus acht wesentlich größere Karten sind in einer repräsentativen Schachtel verpackt. Eine der Karten zeigt die „Gegend bey Homburg und dasige Gebürge“ um 1777. Auf anderen kann man durch unterschiedliche Farben sehen, wie und wo Homburg im Laufe der Jahrhunderte gewachsen ist. „Man sieht hier auch, welchen Einfluss die Kur auf das Wachstum der Stadt hatte“, sagt Stadtarchivarin Astrid Krüger.

Das Stadtarchiv hat bei der Erstellung des Historischen Städteatlasses mit dem Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde eng zusammengearbeitet. Federführend ist das Landesamt, das solche Projekte in den kommenden Jahrzehnten für alle 138 Städte Hessens erstellen will. Bad Homburg ist die erste Kurstadt, für die das Projekt realisiert wurde und insgesamt die 14. Stadt.

Nach Auskunft von Professor Holger Th. Gräf, Abteilungsleiter für den Städteatlas im Landesamt, fußt das ganze Projekt auf einer europäischen Initiative aus den 60er Jahren. „Es sollen die Grundrisse der historischen Altstädte vor der Industrialisierung und vor dem Zweiten Weltkrieg gesichert werden“ sagt Gräf.

Bad Homburg hat sich finanziell daran beteiligt, weil es für die Bewerbung der Kurstadt als Unesco-Welterbe interessante Aspekte liefert, sagt Krüger. Neben den optisch ansprechenden Karten (die sich sicher auch als Wandschmuck gut machen) kann man in dem Heft auch die Entstehung der einzelnen Homburger Straßen nachvollziehen und die Geschichte der meisten Gebäude.

Bis Mitte 2013 soll das Ganze digital so aufbereitet werden, dass man auf den Karten im Internet einzelne Gebäude anklicken kann und dann etwas über ihre Geschichte erfährt. Per App, die man dann von der Homepage der Stadt herunterladen können soll, könnte man sich auf einen historischen Stadtrundgang begeben.

Der Hessische Städteatlas Bad Homburg kostet im Buchhandel 29,90 Euro.

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