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Bloß kein zweites IBM-Loch

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Von: Jürgen Streicher

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Baugrube für das neue Gymnasium Oberursel.
Baugrube für das neue Gymnasium Oberursel. © FR/Schick

Das Drama mit der IBM-Baugrube an der Gablonzer Straße ist noch in schlechter Erinnerung. Das soll sich beim Bau des Gymnasiums nicht wiederholen. Von Jürgen Streicher

Permanente Kontrolle ist angesagt. An der parallel verlaufenden Berliner Straße und noch ein paar Meter weiter vom Bauloch entfernt an der U-Bahn-Trasse. Bloß kein Drama wie vor ein paar Jahren an der IBM-Baugrube in der Gablonzer Straße. Erdverschiebungen, Wassereinbruch, Straßendecke eingesackt, Bauloch neu verfüllen, zweistellige Millionenkosten zusätzlich. "Alles bestens", sagt Erhard Wolf, Teamleiter Hochbau im Landratsamt und damit verantwortlich, dass es beim Neubau des Gymnasiums keinen Stress in der Grube gibt.

Der Verkehr auf der Berliner Straße läuft, die U-Bahn fährt. Dank geotechnischem Messprogramm und perfekter Vorbereitung inklusive Beweissicherungsverfahren läuft alles nach Plan auf der 57-Millionen-Euro-Großbaustelle. Abgesehen von der zweimonatigen Winter-Zwangspause, als der strenge Frost wichtige Vorarbeiten nicht zuließ. Etwa die Absicherung von Berliner Straße und U-Bahn mit Betonbohrpfählen, die 16 Meter tief schräg bis unter die Schienen getrieben wurden. Auch der rückverankerte Bohrpfahlverbau in der 45000-Kubikmeter-Baugrube dauerte länger als geplant.

Zehn Meter tief ist die Baugrube jetzt noch, nach Verlegung der einen Meter dicken Bodenplatte. Bis zu deren Oberkante wurde das Grundwasser abgesenkt. Und damit der aktuelle Verwaltungs- und Naturwissenschaftstrakt nicht in die Grube kippt, hat der Grund unter dem Gebäude eine Hochdruckinjektion bekommen. Ziemlich genau 500 Kubikmeter Beton wurden in die Erde geschossen, um die Standfestigkeit des dreistöckigen Lernhauses zu gewährleisten.

Die Sporthalle, die im großen Loch entsteht, ist in Ansätzen schon erkennbar, die ersten Zwischenwände, die Geräteräume vom Sportfeld trennen, werden bereits eingezogen. Ein Dach aus Glasbausteinen wird die Halle bekommen, es wird auch gebraucht als Freifläche und Pausenhof. Rund 1600 Schüler benötigen Auslauf, den sie auch über der Tiefgarage mit ihren 114 Parkplätzen und der Aula obendrüber bekommen werden.

Der Plan, auf dem Dach der Aula auch ein Sportfeld einzurichten, musste verworfen werden. Zu viele Nachbarn hatten da Bedenken, die Schule liegt mitten in einem Wohngebiet.

Geeinigt hat sich der Kreis als Bauherr mit allen Nachbarn. Auch die Frau, deren kleines Haus mit Holzverbau immer noch auf dem Baugelände steht und das zwischen den Kränen etwas verloren wirkt, will im September ausziehen und Raum für das moderne Lernzentrum für Ganztagsnutzung schaffen. "Wir hätten auch drumherum bauen können", sagt Erhard Wolf.

Ein Stück weiter oben in der Zeppelinstraße wird schon der "Schwimmbadbau" aus den 60er Jahren für zwei Anbauten vorbereitet. Auch dort musste das Fundament durch eine Unterfangung mit Beton verstärkt werden. Etwa fünf Meter von der Bürgersteigkante wird das neue Doppel-Gebäude enden, trotz dreier Stockwerke sollen sich die Wohnnachbarn nicht eingeengt vorkommen. Rund 500 Fahrrad-Abstellplätze wird es in diesem Bereich geben, die Tiefgarage ist für Lehrer gedacht. Ob die Einfahrt in den Untergrund problematisch ist, muss die Praxis weisen. Sie erfolgt von der stark befahrenen Berliner Straße. Eine Ausfahrt ist auch zur Zeppelinstraße vorgesehen.

Der komplette Erweiterungsbau mit einem weiteren Drei-Stockwerke-Riegel entlang der Berliner Straße umfasst 108000 Kubikmeter umbauten Raum, also fünfmal soviel wie bei der neuen Burgwiesenschule in Bommersheim. Die hat zwölf Millionen Euro gekostet. "Das Budget passt, bisher sind wir im Plan", sagt Teamleiter Erhard Wolf zum fünffachen Finanz-Volumen, das fürs Gymnasium verbaut wird.

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