1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Hochtaunus

„Zu blöd“ für Führung

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Götz Nawroth-Rapp

Kommentare

Bei der CDU ist man stolz auf die Schulen im Kreis.
Bei der CDU ist man stolz auf die Schulen im Kreis. © Michael Schick

Die Hochtaunus-CDU beginnt ihren Wahlkampf und schießt sich vor allem auf die Alternative für Deutschland (AfD) ein. Die AfD fische Menschen „vom rechten Rand ab“, sei aber „zu blöd, einen Landesverband zu führen“, poltert etwa der Landtagsabgeordnete Holger Bellino.

Die Hochtaunus-CDU wird sich beim Ringen um Stimmen darauf konzentrieren, rechtskonservative Wähler nicht an die Alternative für Deutschland (AfD) zu verlieren. Beim Wahlkampfauftakt am Donnerstagabend im Königsteiner Haus der Begegnung sprach der Landtagsabgeordnete Holger Bellino seinen CDU-Getreuen Mut zu.

Die AfD fische die Menschen „vom rechten Rand ab“, sei aber „zu blöd, einen Landesverband zu führen“, polterte Bellino. „Die können sich nicht einigen auf ein Programm, auf einen Kurs, auf einen Vorstand.“ Die Union dagegen zeige, wie man es richtig mache. Sie bemühe sich aktiv um eine Verbesserung der ärztlichen Versorgung und des Rettungswesens im Usinger Land, die kreiseigenen Krankenhäuser seien das Paradebeispiel. „Beide Hochtaunus-Kliniken neu zu bauen, das ist keine Selbstverständlichkeit“, so Bellino. Hervorzuheben sei auch, dass die CDU schon lange scharfe Maßnahmen zur inneren Sicherheit gefordert habe, wie etwa den Einsatz von Schleierfahndern.

Gebot eines jedes Christen

Die Terroranschläge von Paris zeigten, dass das im Bürgerinteresse auch dringend geboten sei. Bei der Wahlkampfveranstaltung sprachen neben Bellino unter anderem auch Landrat Ulrich Krebs und der Wehrheimer Bürgermeister Gregor Sommer. Nicht anwesend war jedoch der CDU-Kreisvorsitzende und Spitzenkandidat Jürgen Banzer.

Er erholt sich derzeit, wie berichtet, von einer langwierigen Krankheit und war noch nicht fit genug, um die Veranstaltung zu besuchen. Landrat Ulrich Krebs hob das Schulbauprogramm hervor, mit dem unter seiner Ägide für viel Geld zahlreiche Schulen grundsaniert oder neu gebaut wurden. Man habe fast eine Milliarde Euro investiert, dafür gebe es nun im Hochtaunuskreis „die modernsten Schulen hessenweit“.

Gregor Sommer schwor die Wahlkämpfer darauf ein, sich bei der Arbeit in der Öffentlichkeit „nicht unter ihren Sonnenschirmen zu verstecken“. Die CDU müsse Präsenz zeigen, gerade bei drängenden Fragen der Wähler zur weiteren Unterbringung von Flüchtlingen.

Sommer gibt sich optimistisch: Man habe hier im Hochtaunuskreis noch eine Menge Platz für Neuankömmlinge. „Gut, im Vordertaunus vielleicht weniger.“ In Wehrheim allerdings böten pro Woche mindestens einmal private Vermieter eine Wohnung oder ein Zimmer an. Es seien solche kleinen initiativen, die langfristig die Raumnot lindern könnten, sagte Sommer. Flüchtlingen in Not Hilfe anzubieten, sei das Gebot jedes Christen. „Wir tragen als Partei das C im Namen, und das will ich auch künftig aussprechen können.“ Es sei aber klar, dass die Menschen Fragen und Sorgen hätten, auf die es offen einzugehen gelte, fügte Gregor Sommer hinzu.

Auch interessant

Kommentare