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Blaue Rosen und Kaviar

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Empfang des Oberbürgermeisters zum Geburtstag von Beate Fleige

Von Martina Propson-Hauck

Blaue statt roter Rosen sollte es am Schluss für sie regnen. Denn blau ist nicht nur die Farbe der Bürgerliste (BLB), sondern auch die Farbe Bad Homburgs. Die Blumen „regneten“ aber nicht vom Himmel der Englischen Kirche, sondern wurden Beate Fleige fein säuberlich von den Rathausmitarbeitern ihres Fachbereichs, von ihrer Familie und Freunden Stück für Stück überreicht.

Das Lied von Hildegard Knef hatten Peggy O und Michael Sorg gespielt und gesungen, die zuvor auch Lieder des kürzlich verstorbenen Bad Homburger Hölderlin-Preisträgers Georg Kreisler intonierten. Eine Überraschung bescherten der zum Geburtstag mit diesem Empfang vom Oberbürgermeister Geehrten ihre Mitarbeiter mit ihrem Debüt als Chor: Sie sangen ein abgewandeltes und swingendes „Wie schön, dass Du geboren bist, Bad Homburg hätte Dich sonst sehr vermisst“.

Mehr als 150 Menschen waren der Einladung des OB zu dem Empfang gefolgt, das Defilee der Gratulanten wollte kaum ein Ende nehmen. Die Reaktion auf die politische Empörung aus den Reihen der Opposition über den aus Steuergeld finanzierten Empfang in Zeiten, in denen Gebühren und Steuern angehoben werden, schwang in vielen Redebeiträgen mit. „Wenn ein Dezernent Geburtstag hat, zumal einen runden, dann gratuliert der OB, gratulieren die Stadtverordneten, das halte ich für selbstverständlich“, sagte Oberbürgermeister Michael Korwisi (Grüne).

Und lud süffisant zum „opulenten Essen im Anschluss: Es gab Laugenbrezeln und kleine Rosinenschnecken, sowie Mineralwasser, Orangensaft und (preiswerten) Sekt. Maximal 5000 Euro sind nach offiziellen Angaben für den Empfang bereitgestellt worden, weit weniger Geld als für Empfänge für Dezernenten in der Vergangenheit.

Korwisi würdigte die Arbeit Fleiges, die am Samstag 70 Jahre alt wurde und seit zwei Jahren ehrenamtlich in der Woche 40 Stunden als Kulturdezernentin arbeitet. Dafür dankte er ihr.

Fleige war seit 1989 im Stadtparlament, zunächst als Stadtverordnete der SPD, später für die BLB, die sie gründete. Sie habe in sehr engagierten Auseinandersetzungen „immer den Finger in die Wunden der Politik“ gelegt, sagte Korwisi. Das Kulturleben der Stadt habe sie mit dem Poesiefestival, der Würdigung des Dichters Agnon und dem Jacobi-Jahr bereichert.

Sie sei eine „unverbesserliche Optimistin“ sagte ihr Parteifreund Armin Johnert. Wasser auf die Mühlen aller Kritiker des Empfangs goss er mit seinem Geburtstagsgeschenk, Kaviar und Champagner: „Damit jeder behaupten kann, das habe es gegeben.“

Ex-OB Wolfgang Assmann war denn auch einer der wenigen CDU-Vertreter, die der Einladung gefolgt waren. Von der FDP waren Stadtrat Peter Vollrath-Kühne und Ulrich Cannawurf gekommen. Zahlreich hingegen die Vertreter der Bündnis-Fraktionen, ebenso die der Kultureinrichtungen und Künstler.

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