1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Hochtaunus

"Bienen sind auch nur Menschen"

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Das Leben der faszinierenden Bienen in seiner ganzen Komplexität ist Thema an mehreren Aktionstagen  mit gründlicher Vorbereitung von Schülern und Lehrern. Der Besuch des Oberurseler Instituts für Bienenkunde, bei Imkern, Forschern und Hunderttausenden Forschungsobjekten ist der Höhepunkt, von dem der eine oder andere auch mal einen Stich als Andenken mitnimmt.
Das Leben der faszinierenden Bienen in seiner ganzen Komplexität ist Thema an mehreren Aktionstagen mit gründlicher Vorbereitung von Schülern und Lehrern. Der Besuch des Oberurseler Instituts für Bienenkunde, bei Imkern, Forschern und Hunderttausenden Forschungsobjekten ist der Höhepunkt, von dem der eine oder andere auch mal einen Stich als Andenken mitnimmt. © Rolf Oeser

Sind die Honigwaben gut gefüllt, sind die Bienen friedlich. In diesen Tagen sieht es ganz danach aus. Umweltpädagogik hautnah bei den Insektenforschern im Oberurseler Rosengärtchen.

Von Jürgen Streicher

Bienenwetter. "Perfektes Bienenwetter" sogar, sagt Bernd Grünewald. Die Erforschung der Neurobiologie der Honigbiene ist das Metier des Leiters des Instituts für Bienenkunde im hintersten Winkel des Rosengärtchens am Waldrand. Aber an so einem Tag wie heute ist er draußen im wild wuchernden Garten des Instituts. Bei den Grundschulkindern, die hier ein "Wunderland am Bienenstand" erleben.

Der blumige Titel steht über einem umweltpädagogischen Kooperationsprojekt von Institut und Kinderbüro, dem Verein Schulwald und Oberurseler Schulen. Das Leben der faszinierenden Bienen in seiner ganzen Komplexität ist Thema an mehreren Aktionstagen mit gründlicher Vorbereitung von Schülern und Lehrern. Der Besuch bei Imkern, Forschern und Hunderttausenden Forschungsobjekten ist der Höhepunkt, von dem der eine oder andere auch mal einen Stich als Andenken mitnimmt.

"Bienen sind auch nur Menschen", sagt der Professor dazu. Will heißen: Ist der Stock voll, der Nahrungsbunker gut gefüllt und das Volk am Wachsen, sind die Bienen friedlich. In diesen Tagen sieht es ganz danach aus. Nach dem kalten Frühling, in dem fast zugefüttert werden musste, sind die Bienen emsig bei der Arbeit und interessieren sich nur am Rande für die Schüler der Hans-Thoma-Schule.

Ein bisschen aromatisierter Qualm, erzeugt durch das Verbrennen von Apfeltrester und Eierkartons, dient der zusätzlichen Sicherheit. Wenn höchste Gefahr durch (in diesem Fall vorgespieltes ) Feuer droht, lässt die Biene jegliche Verteidigungsstrategie fallen, stopft sich den Honigmagen voll und ist nicht mehr in der Lage, den Stachel auszufahren, erklärt der Professor.

Noch mehr beeindruckt sind die Kinder von der Hans-Thoma-Schule aber vom Geschmack des Honigs, den sie frisch aus der Wabe vom Finger schlecken dürfen. Zuvor haben sie ausgesuchte und markierte Bienen außerhalb des Geländes auf einem Spielplatz ausgesetzt und die Zeit gestoppt, wie lange der Orientierungsflug zurück in den Stock dauert. Und an mehreren Stationen lernten die Kinder, wie das System der Bienenwelt aufgebaut ist.

"Kinder sind gute Botschafter", sagt der Professor. Und wissbegierig dazu. Das ist den Forschern wichtig. Denn möglichst früh sollte man lernen, wie wichtig die Bienen als "Nützlinge" auch für das Lebenskarussell der Menschen sind. Zum Bestäuben der Nutzpflanzen etwa und als Ausgangsbasis für so geschätzte Produkte wie Seide und Honig. "Lassen Sie sich das mal von dem Mann da erklären", sagt Noah und deutet auf den Professor.

Auch interessant

Kommentare