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"Berliner Platz ist ein Glücksfall"

Kronberg FR-Gespräch mit dem scheidenden Ersten Stadtrat Wolf Dietrich Groote (CDU)

Sie gehen am 1. August offiziell in Pension. Dafür hat das Viererbündnis eigens per Stadtverordnetenbeschluss gesorgt. Wie haben Sie diese Entscheidung empfunden?

Das ist nun einmal so bei einem Amt auf Zeit. Aber ich gebe zu: Die Art und Weise hat mich schon ein bisschen getroffen. Am meisten geärgert hat mich, dass man im Vorfeld nicht mit mir darüber gesprochen hat. Der Umgangsstil in Kronberg ist schon etwas gewöhnungsbedürftig.

Gibt es Themen, die Sie noch gerne abgearbeitet hätten?

Ja, natürlich. Vor allem hätte ich noch gerne die Entwicklung am Bahnhof zu Ende gebracht, die mich immerhin jahrelang beschäftigt hat. Und leider ist es uns auch noch nicht gelungen, die Verwaltung an einem Standort zu konzentrieren, um so bürgerorientierter zu arbeiten - etwa mit einem Bürgerbüro.

Sie plädieren also für nur einen Standort?

Ich weiß zwar, dass die politische Mehrheit gerne mehrere Bürgerbüros hätte. Ich persönlich halte das aber für kontraproduktiv. Kronberg hat Entfernungen, die überschaubar sind. Außerdem heißt es ja, dass die Verwaltung künftig mit weniger Personal auskommen soll. Bürgerbüros in den Stadtteilen würden aber eher mehr Personal verlangen. Viel wichtiger wäre, dass wir an zentraler Stelle ein Bürgerbüro bekommen, das möglichst viele Dienstleistungen bieten kann.

Blicken wir zurück auf Ihre zwölf Jahre als Erster Stadtrat in Kronberg. Was war aus Ihrer Sicht Ihr wichtigstes Projekt?

An erster Stelle steht da natürlich der Berliner Platz, aber auch die Ansiedlungen von Accenture und Fidelity. Was mir persönlich immer besonders am Herzen gelegen hat, ist die Pflege unserer Parks. Im Viktoriapark haben wir in den vergangenen zwölf Jahren einiges gemacht von der Sanierung der Teiche bis zum Freilegen historischer Sichtachsen, was durchaus auch von Kritik begleitet war. Aber objektiv gesehen hat der Park deutlich an Attraktivität gewonnen.

Kritik hat es auch an der Bebauung des Berliner Platzes gegeben. Würden Sie bei diesem Thema im Nachhinein etwas anders machen?

Man kann immer etwas anders machen. Aus meiner Sicht ist der Entwurf von Professor Mäckler aber für Kronberg ein echter Glücksfall. Das, was wir bekommen haben, ist eine nur hier in Kronberg und nur an diesem Standort denkbare Lösung. Wenn Sie sich dagegen Einkaufszentren in anderen Kommunen ansehen, sind die in der Regel völlig gesichtslos.

Probleme gab es aber mit der Belegung der Geschäfte und dem Betreiber des Cafés ...

Zugegeben, die Vermarktung der Läden hätte sicher besser laufen können. Doch inzwischen sind die Ladenflächen alle vermietet. Und der Bauträger hat nun angekündigt, dass das Café Anfang September wieder eröffnet werden soll.

Werden wir mal kurz parteipolitisch. Seit der Bürgermeisterwahl ist die CDU durch die Umfrage-Affäre in heftigen Turbulenzen. Welchen Rat haben Sie für Ihre Parteifreunde?

Da kann ich nur einen Ratschlag geben: Es ist erforderlich, dass die Ungereimtheiten, die noch immer im Raume stehen, aufgeklärt werden. Ansonsten wird sich die Partei noch lange mit dem Thema herumschlagen müssen.

Sie selbst haben während Ihrer Amtszeit nie Ambitionen gezeigt, selbst Bürgermeister zu werden. Warum nicht?

Erstens glaube ich, dass man für das Amt geboren sein muss. Und zweitens wollte ich nie das Planungsgeschäft völlig aufgeben. Schon als Erster Stadtrat hat es mir ein wenig gefehlt, nicht mehr selbst zu planen. Aber ich konnte wenigstens noch meine Ideen einbringen.

Werden Sie als Pensionär in Kronberg bleiben?

Ja, natürlich. Wenn man einmal in einer Stadt Wurzeln schlägt, macht es keinen Sinn, sie wieder auszureißen.

Wird es ein Ruhe-stand oder eher ein Unruhestand?

An einen richtigen Ruhestand glaube ich bei mir nicht. Ich könnte mir schon vorstellen, meine Berufserfahrung in Form einer freiberuflichen Tätigkeit weiterzuführen. Das ist durchaus etwas, das ich anstrebe.

Gibt es da schon etwas Konkretes?

Nein, konkrete Pläne gibt es da noch nicht.

Und die Kommunalpolitik?

Da möchte ich einen klaren Strich ziehen. Ich werde sicher nicht versuchen, aus der Verwaltung in die Stadtverordnetenversammlung zu wechseln oder nach der nächsten Wahl ehrenamtlich im Magistrat weiterzuarbeiten.

Warum?

Das hängt damit zusammen, dass ich nicht auf dem üblichen Weg zu meinem Posten gekommen bin. Ich bin nicht wie viele andere aus der Politik, sondern aus der Verwaltung gekommen, und habe mein ganzes Berufsleben in der Stadtplanung gearbeitet. Und so etwas prägt einen natürlich.

Interview: Torsten Weigelt

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