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Nele Neuhaus bringt auch ein paar Bücher mit.

Literaturfestival Bad Homburg

Eine Woche voll Poesie

Das Poesie- und Literaturfestival in Bad Homburg macht sich an seine vierte Auflage. Die ist zwar erst nächsten Juni, aber planen muss man jetzt schon. Und Karten kaufen. Denn Nele Neuhaus und Ben Becker kommen.

Von Martina Propson-Hauck

In den vergangenen drei Jahren waren die Veranstaltungen des Poesie- und Literaturfestivals nahezu alle ausverkauft. Für manche hätte ein Vielfaches der vorhandenen Karten verkauft werden können. Das haben die Veranstalter als Signal verstanden und das Festival, das sich bislang nur auf ein verlängertes Wochenende erstreckte, jetzt auf eine Woche ausgedehnt: Vom 5. bis 12. Juni 2013 wird die Kurstadt ganz im Zeichen der Literatur sowie bedeutender Schauspielerinnen und Schauspieler stehen. Die rezitieren auf unterschiedliche, aber immer originelle Art und Weise und kombinieren Lesung meist mit Musik.

„Wir wollen so Literatur für Menschen bekannt machen, die nicht unbedingt zu klassischen Lesungen gehen“, sagt Ralf Wolter, Geschäftsführer der Kur- und Kongress GmbH, die das Festival gemeinsam mit der Stadt und der A.C.T. Artist Agency organisiert.

Keine Trittbrettfahrer

Der Kartenvorverkauf beginnt bereits am Donnerstag, 1. November. Die Nachfrage ist groß und Weihnachten nah. Erwartet werden im nächsten Jahr Künstler wie Ben Becker, Rufus Beck, Michael Mendl und Sebastian Koch, die schon mehrfach beim Festival zu hören und zu sehen waren. Außerdem kommen Festival-Neulinge wie Christian Berkel oder Katharina Thalbach.

Der Ruf des Festivals sei längst weit über die Grenzen Bad Homburgs und Hessens hinaus gelangt, sagt der A.C.T.-Geschäftsführer Hermjo Klein. Künstler ließen mittlerweile von sich aus ihre Agenten anrufen und nachfragen, ob sie dabei sein können, bestätigen er und sein Kollege Wolter. Auch die in Bad Soden lebende Autorin der Taunus-Krimis, Nele Neuhaus, wird mit von der Partie sein. Dem unausgesprochenen Vorwurf, man baue einfach auf deren Erfolge, widerspricht Bernd Hoffmann, der geistige Vater und künstlerische Leiter des Poesiefestivals. Man habe die Schriftstellerin schon vor vielen Monaten engagiert – lange bevor das Fernsehen mit der Verfilmung begann und ihr neuer Roman „Böser Wolf“ herauskam.

Rahmen für Hölderlin-Preis

Die besondere Attraktivität des Festivals liegt darin, dass mindestens die Hälfte der Programme nur in Bad Homburg zu sehen sind. So hat man Katharina Thalbach vorgeschlagen, „Das Fräulein von Scudery“ von E.T.A. Hoffmann zu lesen. Nach 48 Stunden Bedenkzeit habe sie zugesagt.

Das Festival wurde auch ersonnen, um ein angemessenes Rahmenprogramm zur jährlichen Verleihung des Hölderlin-Preises zu bieten. Auch diesmal ist die Preisverleihung eingebettet in elf Lesungen mit Musik. Ein Überraschungsgast soll erst Ende November bekannt gegeben werden.

Pünktlich zum Poesiefestival soll auch der Kulturspeicher im neuen Kulturbahnhof fertig sein. Dort soll die Eröffnungsveranstaltung mit Dominique Horwitz, dem Signum Quartett und Texten von Franz Kafka stattfinden. „Wenn das Wetter mitspielt“, sagt Wolter. Denn Dach und Fenster fehlen noch. Wenn die vor dem ärgsten Wintereinbruch fertig würden, sieht er gute Chancen, den Zeitplan einzuhalten.

Karten kosten 15 bis 32 Euro. Im Internet steht das detaillierte Programm ab Donnerstag unter www.bad-homburger-poesie-und-literaturfestival.de

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