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Bauern warten auf Regen

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Von: Olaf Velte

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Das trockene Frühjahr hemmt das Wachstum auf den Äckern und Wiesen - auch im Hochtaunuskreis. Landwirte und Gärtner ersehnen einen tagelangen Dauerregen.

Geregnet hat es – aber nicht genug. Die Niederschläge zur Wochenmitte wurden von Landwirten und Gärtnern heftig ersehnt, müssen aber als der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein angesehen werden. Nur ein tagelanger Dauerregen wäre eine Wohltat für die Äcker und Beete im Vorder- und Hintertaunus.

Die letzten ergiebigen Wassergüsse sind im Januar gefallen, Februar und März zeigten sich erstaunlich niederschlagsarm – untypisch für hiesige Breitengrade. „So ein trockenes Frühjahr war selten“, sagt Manfred Fritzel vom Kaiserhof in Ober-Eschbach. Dem Wintergetreide, derzeit in der Wachstumsphase, fehle es an Feuchtigkeit: „Mindestens zwanzig bis dreißig Millimeter Regen pro Quadratmeter.“

Darauf ist nach Stefan Külzer vom Deutschen Wetterdienst nicht zu hoffen: „Mehr als fünf Millimeter sind derzeit nicht zu erwarten.“ In Ober-Eschbach sind die Zuckerrüben schon gesät, die Kartoffeln sollen dieser Tage in den Boden. Fritzel befürchtet Ernteeinbußen, wenn die trockene Witterung anhält. Ein altes Bauernwort bringt es auf den Punkt: „Frühlingsregen bringt Segen“.

Ostwind und die offene sonnige Witterung hätten im März für eine Austrocknung der oberen Bodenschichten gesorgt, ist vom Hessischen Bauernverband in Friedrichsdorf zu hören. „Durch die Kahlfröste wurde zudem alles sehr aufgelockert – die Landwirte müssen die Saat jetzt vorsichtig anwalzen“, so Generalsekretär Peter Voss-Fels, der bereits „gestresste Rapsschläge“ gesehen hat. Wenn neu eingesät werde, verursache das doppelte Kosten. Obwohl der Getreidepreis derzeit bei guten 20 bis 25 Euro je Doppelzentner liege, könne ein ungünstiger Frühling alle Voraussetzungen zunichtemachen. „Das Wintergetreide ist in schlechter Verfassung.“

Im hinteren und höhergelegenen Taunusgebiet ist das Erdreich anscheinend weniger ausgetrocknet als vor dem Saalburgkamm. Nur die Weizensaat auf leichten Äckern benötige jetzt Wasser, wie Werner Velte aus Grävenwiesbach berichtet. „Die übrigen Bepflanzungen haben bisher nicht übermäßig gelitten.“ Der Landwirt im Nebenerwerb hält eine Herde Mutterkühe und blickt in diesen Tagen eher auf sein Grünland. „Es wird Zeit, dass die Nachtfröste aufhören und die Temperaturen hochgehen.“ Zu den idealen Bedingungen für den Graswuchs gehöre natürlich auch ein schöner Landregen. „Abwarten“, heißt es auch in Königstein, wo Peter Haug seine Schafe auf die Weide bringen will. Die Schur wurde in der Schäferei Müller-Haug bereits im Februar abgeschlossen – „wir hätten schon im März nach draußen gehen können“. Dort aber finden die 350 Altschafe derzeit nicht genügend Nahrung und müssen weiterhin im Stall gefüttert werden. Silage und Heu seien jedoch kein Ersatz für das erste Grün des Jahres.

Der Deutsche Wetterdienst hat ein warmes Wochenende mit anschließender Abkühlung angekündigt – aber kaum Regen.

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