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Was noch in großen Bahnen am Boden liegt, kommt später als Prallschutz an die Wände.

Oberursel

Barrierefrei zum Zumba-Kurs

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Eine „Sporthalle der Zukunft“ entsteht in Oberstedten. Die Einweihung ist im September geplant. Dann geht es auch barrierefrei zum Zumba-Kurs.

Nein, Bescheidenheit war bei der Namensgebung nicht wirklich angesagt. In nichts weniger als der „Halle der Zukunft“ werden die Mitglieder des TV Oberstedten künftig ihren Leibesübungen nachgehen, werden beim Turnen oder beim Zumba schwitzen und Volleybälle in die Höhe pritschen. Im November war Spatenstich, inzwischen nimmt die Zukunft schon Gestalt an. Sie ist blau.

Das ist die Vereinsfarbe des Turnvereins Oberstedten 1887, und die offenliegenden Stahlträger in der Halle sind in eben diesem kräftigen Blauton gestrichen. 1100 Mitglieder zählt der TVO derzeit. Unter den größten Vereinen liegt er stadtweit damit auf dem dritten Rang.

Die Baustelle hinter dem Feuerwehrhaus an der Niederstedter Straße liegt im Zeitplan, das freut den Vereinsvorsitzenden Klaus Lenz. Die feierliche Einweihung sei für September geplant, sagt er. „Wir wollen unseren jetzigen und zukünftigen Mitgliedern eine moderne Sportstätte bieten, die allen Anforderungen gerecht wird.“ Dafür sorgt unter anderem eine Deckenhöhe von etwa sieben Metern über dem großen Hallenraum, der 300 Quadratmeter misst. Fenster sorgen für viel Tageslicht, hier sollen später die Volleybälle durch die Luft zischen.

Gymnastikraum mit 200 Quadratmetern

In einem anderen Teil des Gebäudes wird ein Gymnastikraum mit 200 Quadratmetern angelegt. Der liegt im ersten Stock, neben einer Treppe wird er auch über einen Aufzug zu erreichen sein. Neben Umkleiden und Duschen werden auch Behindertentoiletten angelegt, das Gebäude wird ganz und gar barrierefrei.

Was aber fehlt, ist eine eigene Gastronomie. „Das würde den Rahmen sprengen“, sagt TVO-Chef Lenz. Außerdem sei es erfahrungsgemäß schwer, Pächter für eine Bewirtung zu finden. Da habe man darauf lieber gleich verzichtet. Immerhin gibt es neben dem Versammlungsraum eine Teeküche, und auf dem Grundstück gleich neben der Halle entsteht ein großer Supermarkt (siehe Infokasten).

Laut Lenz wird nicht nur der Zeitplan eingehalten, bisher bleiben auch die Kosten im Rahmen. 2,1 Millionen Euro sind für den Bau des Sportzentrums veranschlagt. Die Stadt unterstützt das Projekt mit 900 000 Euro, noch einmal 200 000 Euro gibt es als Zuschuss vom Land. Die übrige Million stemmt der Verein aus Spenden und Beiträgen. Das Außengelände soll später auch noch gestaltet werden, Spenden werden dafür derzeit eingeworben.

Es ist sogar für den fernen Tag schon vorgesorgt, wenn aus der Zukunftshalle einmal wieder Vergangenheit wird. Die Baumaterialien lassen sich bei einem etwaigen Abriss gut voneinander lösen und sortenrein recyceln. Auch die Dämmung in den Wandelementen lässt sich wieder aufbereiten. An die Zukunft ist also auch hier gedacht.

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