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Banzer wiedergewählt

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Von: Andrea Herzig

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Jürgen Banzer ist nach langer Krankheit wieder zurück und wird von der CDU mit 76,5 Prozent als Kreisvorsitzender im Amt bestätigt. Banzers Rede vor den 190 Kreisdelegierten seiner Partei ist von Emotionen geprägt.

Im Grunde hatte der Parteitag der Kreis-CDU in Bommersheim nur ein Thema: Jürgen Banzer, seit 2003 Vorsitzender der Partei, erschien zum ersten Mal nach langer Krankheit wieder in der Öffentlichkeit. Erst wenige Tage zuvor war der Politiker aus der Rehaklinik entlassen worden, die Anstrengung war anzusehen. Und auch die Krankheit. Der knapp 61-Jährige hat viele Kilos verloren, er wirkt gealtert.

Ende September war der Kreisvorsitzende an einer „neurologischen Erkrankung“, so die offizielle Sprachregelung, erkrankt. Lange Zeit wusste auch innerhalb der Partei kaum jemand, wie es ihm wirklich ging. Kurz vor Weihnachten gingen die Vertrauten Banzers mit Informationen an die Öffentlichkeit. Anlass war, dass eine Unterschrift des Vorsitzenden auf einem Dokument fehlte, die man offenbar von dem Erkrankten nicht einholen konnte. Banzer habe lange an den Folgen einer Infektion gelitten, hieß es damals. Er konnte schließlich am kompletten Kommunalwahlkampf nicht teilnehmen, auch wenn er Spitzenkandidat der CDU blieb.

Er werde auch jetzt noch ein paar Wochen brauchen, bis er wieder richtig einsteigen könne, kündigte Banzer in seiner Rede an. „Und es geht nur, wenn ihr mir dabei helft, meine Freunde“. Diese Hilfe werde er brauchen, um seine Aufgaben bewältigen zu können.

Dass er wieder in den politischen Ring steigen will, zeigt auch, dass der langjährige Landtagsabgeordnete und Ex-Minister vergangenen Mittwoch als Vorsitzender der Enquetekommission zur Reform der hessischen Verfassung berufen wurde. Dem Vernehmen nach will Banzer auch den Vorsitz des Kreistages wieder übernehmen.

Emotionale Rede im Kreistag

Banzers Rede vor den 190 Kreisdelegierten seiner Partei war von Emotionen geprägt. Dies sei ein ungewöhnlicher Parteitag für ihn. Banzer dankte allen, die für ihn eingesprungen waren, allen voran „meinem Freund Uwe Kraft“, seinem Stellvertreter in der Partei und Erstem Kreisbeigeordneten. Aber er dankte auch Landrat Ulrich Krebs, mit dem er lange nicht auf einer politischen Wellenlänge schien, für sein Engagement im Wahlkampf für die Partei. Er sei stolz auf die Hochtaunus-CDU, sagte Banzer.

Banzer erinnerte an die Errungenschaften der CDU in den letzten Jahrzehnten, das Festhalten an der Taunusbahn, die späteren Ausbaupläne und immer wieder das Schulbauprogramm. Man habe die Lebensqualität des Kreises konsequent ausgebaut, habe den Mut gehabt, zwei Krankenhäuser neu zu errichten. In die zukünftige Arbeit im Kreistag und eine mögliche Koalition mit der SPD gehe er optimistisch, sagte Banzer.

Den Einpeitscher gab an diesem Parteitag ein anderer: Fraktionsvorsitzender Gregor Sommer. Der Wehrheimer Bürgermeister analysierte das durchmischte Wahlergebnis der Partei bei den Kommunalwahlen. Selbstkritik sei angebracht, sagte Sommer, man könne die Verluste nicht nur auf die großen Themen der Bundespolitik schieben. Nur dort, wo die CDU auch Hauptamtliche habe, könne sie langfristig auch gut punkten.

Sommer beschwor seine Parteikollegen, sich dem Bürger zuzuwenden, sich blicken zu lassen, auf Frühlingsfeste und Vereinsveranstaltungen zu gehen. Und nicht erst ein halbes Jahr vor der Wahl. Bei diesem werde den Politkern nämlich ein Zeugnis ausgestellt über fünf Jahre, wetterte Sommer. „Wir wollen wieder eine Vier vor dem Komma“, beschwor Sommer die Parteifreunde ein. „Nach der Wahl ist vor der Wahl“.

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