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Bangen vor dem Brexit

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Von: Andrea Herzig

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Die Aktiven des Partnerschaftsvereins in Exeter machen sich Sorgen um den anstehenden Volksentscheid. Es herrscht ein Bangen vor dem Brexit.

Der britische Labour-Abgeordnete Ben Bradshaw für Bad Homburgs Partnerstadt Exeter ist gerade ein gefragter Gesprächspartner in deutschen Radiosendern. Bradshaw hat in Freiburg im Breisgau studiert, er spricht ausgezeichnet Deutsch – und er wirbt derzeit an den Haustüren der Partnerstadt für einen Verbleib Großbritanniens in der EU.

Auch die Aktiven des Partnerschaftsvereins in Exeter machen sich Sorgen um den anstehenden Volksentscheid. Der Vorsitzende des „Exeter Twinning Circles“, John Whitton, betont allerdings, dass es in der Städtepartnerschaft zwischen Bad Homburg und der Stadt nahe der Südküste Englands in erster Linie um die Freundschaft der Menschen gehe. Diese sollte immer über der Politik stehen.

Auch Wolfgang Herder vom Bad Homburger Kur- und Verkehrsverein, dem deutschen Pendant zum „Twinning Circle“ in Exeter, versichert, dass die Entscheidung auf der Insel die im vergangenen Sommer 50 Jahre alt gewordene Freundschaft zwischen Bad Homburg und Exeter nicht erschüttern werde.

„Chairman“ Whitton hat selbst 25 Jahre für die EU gearbeitet. Er glaubt, dass sich die Mehrheit des britischen Partnerschaftsvereins für ein Bleiben in der EU entscheiden wird. Auch in Exeter als Universitätsstadt mit vielen weit gereisten Bürgern hofft Whitton auf ein Votum pro EU. Doch die Briten seien eben ein ganz eigenes Völkchen und würden sich nicht gern etwas sagen lassen, schon gar nicht von Politikern.

Die Deutschlehrerin Alison Sykes aus dem Vorstand des Twinning Circles hofft sehr auf ein Bleiben der Briten in der EU. „Wir lieben Europa heiß und innig“, mailt die Partnerschaftsaktivistin. Ihrer Meinung nach haben die Brexit-Befürworter die Probleme mit den Migranten ausgenutzt, sie zum Sündenbock für alles gemacht. Deshalb hörten viele Briten nicht auf die Argumente der EU-Befürworter. Sykes hofft sehr darauf, dass die Wähler schlussendlich doch einen kühlen Kopf bewahren und gegen den Austritt stimmen werden. Sie selbst habe ihre Stimme für den Verbleib schon abgegeben – weil sie am Abstimmungstag Freunde in Prag besuche.

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