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Bahnhof in 3D

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Modell des Bad Homburger Bahnhofs. Er soll zum Kulturbahnhof umgebaut werden.
Modell des Bad Homburger Bahnhofs. Er soll zum Kulturbahnhof umgebaut werden. © FR/Oeser

Das Projekt Kulturbahnhof hat Fahrt aufgenommen. 2011 soll die Sanierung des schwer beschädigten Gebäudes beginnen. Von Martina Propson-Hauck

Von Martina Propson-Hauck

Kaiser Wilhelm II. war ein vorausschauender Mann. Immerhin ließ er 1907 das Bahnhofsgebäude bereits so solide bauen, dass in die Konstruktion heute keine Stahlträger mehr eingezogen werden müssen, wenn im Dachgeschoss ein Kulturspeicher entsteht, in dem sich 300 Gäste gleichzeitig tummeln sollen.

Das Projekt Kulturbahnhof hat Fahrt aufgenommen. Gestern hat Ralf Wolter, Geschäftsführer der Bahnhofs GmbH, gemeinsam mit Architektin Adriane Gunzer- Adolph vom Karlsruher Architekturbüro Mailänder und Oberbürgermeister Michael Korwisi (Grüne) das erste dreidimensionale Modell des neuen Bahnhofs vorgestellt.

Es soll künftig an verschiedenen Stellen der Stadt, etwa im Rathaus und im Kurhaus aufgestellt werden, damit sich die Bürger ein anschauliches Bild von diesem neuen Anziehungspunkt machen können.

Ein zentraler Punkt, ein neues Stadtzentrum gar soll der Kulturbahnhof mit seiner Gastronomie und den zahlreichen Bühnen werden. Vor dem Gebäude, dass Alt und Neu ohne grobe Kontraste zusammenführen will, plätschern im Modell bereits Wasserspiele. Nachts soll der Bahnhof, die neue Visitenkarte der Stadt, illuminiert werden. Auf dieser Visitenkarte wird in aller Bescheidenheit stehen: Willkommen in Bad Homburg, der bedeutenden, der schönen Stadt! Nicht kleckern, sondern klotzen, lautet die Devise.

Der für das Dachgeschoss geplante Ausstellungsraum mit luftiger Dachterrasse wird laut Wolter im Rhein-Main-Gebiet seinesgleichen suchen. Die Gastronomie verfügt über Terrassen in gleich zwei Richtungen. Mobile Bühnen gibt es im Freien und hinter Wänden. Das Äußere wird ins Innere gekehrt, historische Elemente wie die Bleiglasfenster werden zu ihrem Schutz nach innen verlegt. Technisch auf dem neuesten Stand soll auch der Brandschutz sein, eine Art Achillesferse, nachdem der Bahnhof im Juli 2009 durch Brandstiftung verwüstet wurde. Eine hypermoderne "Hochdrucknebellöschanlage" wird in dem Gebäude unter Putz installiert.

18,5 Millionen Euro wird die Sanierung des Bahnhofs inklusive Planung kosten. Die ersten Hoffnungen auf finanzielle Unterstützung vom Amt für Straßen- und Verkehrswesen haben sich bereits zerschlagen. Die Bahnhofssanierung verlangt zudem langen Atem und viel Bürokratie: 36 prall gefüllte Aktenordner hat die Bahnhofs GmbH mittlerweile für den Bauantrag beim Eisenbahnbundesamt eingereicht. Im Juli sollen die Glasfenster ausgebaut werden, spätestens Anfang 2011 soll es laut Wolter dann richtig losgehen mit der Sanierung, zwei Jahre Bauzeit sind veranschlagt.

Eine neu gebaute Ladengalerie mit rund 1000 Quadratmetern Geschäftsräumen für den Reisebedarf wird im Osten an das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude angrenzen, ebenso eine Fahrradstation mit 200 Plätzen. Nach Westen verbindet eine Kulturpromenade die Gastronomie mit dem alten Fürstenbahnhof. Bereits im September soll der Entwurf für den 14000 Quadratmeter großen Bahnhofsplatz fertig sein. Wasserspiele müssen laut Wolters dort unbedingt sein. Und zwar solche, die sich im Winter auch als Eisbahn nutzen lassen.

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