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Bändchen gegen den Rausch

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Beim Königsteiner Burgfest am Wochenende werden die Kontrollen verschärft. Helfen sollen bunte Bändchen, die das Alter der Träger dokumentieren.

Um Alkoholmissbrauch vor allem bei Jugendlichen zu verhindern, verschärfen die Veranstalter des Burgfestes in diesem Jahr ihre vorbeugenden Maßnahmen. Alle Besucher bekommen bei Vorlage des Ausweises oder Führerscheins bei der Einlasskontrolle ein Bändchen.

Es wird in unterschiedlichen Farben für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren, Jugendliche über 16 Jahren und Erwachsene ab 18 Jahren ausgeteilt. Damit soll den Keller- und Standbetreibern die Alterskontrolle beim Ausschank erleichtert werden. Um den Austausch oder die Wiederbenutzung der Bändchen zu vermeiden, wird deren Farbe jeden Tag gewechselt. Beim Verlassen der Burg wird jedes Bändchen vom Sicherheitspersonal abgeschnitten, beim erneuten Betreten des Geländes muss Eintritt bezahlt werden. Schüler- oder Büchereiausweise werden beim Einlass nicht akzeptiert. Wer sich nicht ausweisen kann, erhält automatisch ein Bändchen für unter 16-Jährige.

Schärfere Kontrollen beim Burgfest sind eine Maßnahme der Stadt gegen exzessiven Alkoholkonsum unter Jugendlichen. Eine weitere ist die neue Gefahrenabwehrverordnung. Sie verbietet den Konsum von Alkohol in städtischen Parks und Grünanlagen. Das Verbot gilt täglich von 18 Uhr bis 8 Uhr – etwa im Kurpark, dem Woogtal und im Burghain.

Frank Müller, Leiter von Ordnungsamt und Bürgerbüro, sieht die Notwendigkeit der Verordnung vor allem im Interesse der Jugendlichen. „Wir wollen aufklären und zeigen, dass übermäßiger Alkoholkonsum schadet.“

Strafen steigen

Ein Verstoß gegen das Alkoholverbot kann mit einem Bußgeld von 75 bis 5000 Euro geahndet werden. „Natürlich hängt das vom Fall ab. Wird jemand zum ersten Mal erwischt, wird zumeist eine Verwarnung ausgesprochen“, erklärt Müller. „Beim wiederholten Verstoß wird es dann teurer.“

Die Meinungen der Bürger zur Verordnung sind geteilt. Der 16-jährige Michael Unger aus Königstein sieht das Problem eher bei Gruppen, die im Park randalieren: „Solange sie sich ruhig verhalten, spricht doch nichts dagegen, etwas zu trinken.“ Christoph Artmann (16) hält die Kontrollen für eine gute Idee, sie seien aber schwer umsetzbar. „Die Jugendlichen suchen neue Plätze zum Trinken“, so der Schüler.

Ruth und Volker Bender finden die Maßnahme „etwas übertrieben. Solange nicht exzessiv getrunken wird, spricht nichts gegen den Alkohol.“ Störender seien Glasscherben und herumliegende Flaschen. „Noch schlimmer ist der Drogenkonsum in der Nähe von Spielplätzen. Dort liegen manchmal Nadeln herum.“ ( prjh)

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