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Baden statt kicken

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Auch Platz zum Kicken ist  an der Altkönigstraße.
Auch Platz zum Kicken ist an der Altkönigstraße. © Michael Schick (2)

Die Oberurseler Koalition hat entschieden: Der Sportplatz an der Altkönigstraße muss weichen, damit das Schwimmbad neu gebaut werden kann.

CDU und FDP im Stadtparlament haben mit ihrer knappen Mehrheit beschlossen, den Sportplatz an der Altkönigstraße und den benachbarten Schwimmbad-Parkplatz in Bauland umzuwandeln. Mit dem Erlös für die knapp 3,2 Hektar in bester Lage soll das geplante neue „Parkbad Oberursel“ mit drei Becken in der Halle und restauriertem Freibad finanziert. Die Koalition setzte sich mit 22 zu 19 Stimmen gegen SPD, OBG und Grüne durch. Mit dem gleichen Ergebnis wurde ein Änderungsantrag der Grünen abgelehnt, nur den Parkplatz zu bebauen.

SPD und Grüne hatten dafür geworben, die ohnehin geplante Wohnbebauung in Bommersheim-Süd zu forcieren und mit dem Verkauf der Bauflächen das Bad zu finanzieren, das alle wollen. „Pseudo-Finanzierung“ nannte das CDU-Fraktionssprecher Jens Uhlig, da in Bommersheim die passende Verkehrsinfrastruktur noch völlig fehle. Vor allem fehle ein Übergang über die U-Bahn in das mögliche Wohngebiet. „Wenn wir das Schwimmbad wollen, müssen wir auf den Altkönigplatz verzichtzen“, so Uhlig. „Es wäre tollkühn, wenn wir diesen Platz aufgeben“, sagte Christoph Müllerleile (OBG) mit Blick auf fehlende Ersatzflächen für Sportler. Ein „Kleinod“ nannte ihn Christoph Fink (Grüne), ein „wichtiger Grünzug wird zerschnitten“, mahnte Lars Kieneck (SPD).

Ja, es werde ein „traditionsreicher Sportplatz geopfert“, so Jens Uhlig, doch Oberursel bekomme ein „zukunftsweisendes Baugebiet, denn auch wohlhabende Bürger sind attraktiv für die Stadt“. Das geplante Projekt sei „städtebaulich und fiskalisch gelungen“, sagte Stefan Ruppert (FDP).

Beschlossen wurde vom Stadtparlament ein städtebauliches Rahmenkonzept, das 35 Gebäude mit 46 Wohneinheiten in „großzügiger Bebauung“ vorsieht. Daraus soll in der Folge ein Bebauungsplanverfahren entwickelt werden. Der Magistrat erwartet einen Erlös von etwa zwölf Millionen Euro. Die Gegner der Bebauung hoffen nun auf neue Mehrheiten im Parlament nach der Kommunalwahl 2011. ( jüs)

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