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Baden ohne Sauna für 15 Millionen

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Das Freischwimmbad an der Altkönigstraße
Das Freischwimmbad an der Altkönigstraße © Michael Schick

Die Parlamentsmehrheit hat entschieden: Oberursel opfert den Altkönig-Sportplatz für den Schwimmbad-Neubau. OBG und Grüne stimmen dagegen.

Von Jürgen Streicher

Sauna oder nicht, das war am Ende die Frage. Ob es sie geben wird, entscheidet sich nach der Ausschreibung. Denn mehr als 15 Millionen Euro darf das neue Hallen- und Freibad Oberursel nicht kosten. Also bleibt die Sauna, die alle Parteien wollen, zunächst eine Option.

Ein paar hundert Unterschriften einer Interessengemeinschaft, die sich für den Erhalt des Altkönig-Sportplatzes einsetzt, hielten den einstigen Bad-Express nicht mehr auf. Zum Bummelzug ist er geworden, doch nun soll der Weg frei sein für den Neubau von Frei- und Hallenbad. Die Vorbereitung der Bauvergabe war eng mit dem Verkauf des Sportgeländes verbunden, die beiden Themen prägten die letzte Sitzung des Stadtparlaments des Jahres.

Gegen die Stimmen von OBG und Grünen hat das Parlament dem Sparkonzept beim Bad zugestimmt. Die Bausumme soll nun, nachdem sie in den vergangenen drei Jahren zwischen gewollten 10 Millionen und prognostizierten 19 Millionen Euro lag, die Grenze von 15 Millionen Euro nicht überschreiten. Die Befürworter sprechen vom Kompromiss, Gegner wie die Grünen kritisierten, dass die „eierlegende Wollmilchsau“ eben nicht für diese 15 Millionen zu haben sei.

50-Meter-Becken geplant

Der Trick: Die von allen gewollte Sauna mit Saunagarten wird in der Ausschreibung gesondert behandelt. Gespart wird auch ein wenig am Springerbecken, festgehalten wird an acht Bahnen im 25-Meter-Becken in der Halle und am 50-Meter-Becken draußen. Die von den Grünen angeregte Reduzierung der Wasserfläche aus Kostengründen war nicht mehrheitsfähig. Baubeginn soll nach Ende der Freibadsaison 2011 sein.

Den Beschluss, Sportplatz und Schwimmbad-Parkplatz in Bauland umzuwandeln, hatte das Stadtparlament bereits im September gefasst. Am Donnerstagabend folgte der Beschluss zur Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens für das Gebiet. Knapp 3,2 Hektar in bester Lage will die Stadt verkaufen und nach Abzug aller Kosten mindestens 13 Millionen Euro zur Finanzierung der neuen Bäder erlösen. Im neuen Wohnquartier sind 35 Gebäude mit 46 Wohneinheiten in großzügiger Bebauung vorgesehen.

„Mut zur Zukunft“ nannte Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) die Entscheidung für den Verkauf des Altkönig-Sportplatzes. SPD, Grüne und OBG hingegen stritten bis zuletzt um den Erhalt. Seine „Vernichtung wäre grob fahrlässig“, sagte Christoph Müllerleile (OBG), an die versprochenen Alternativen mag die Opposition nicht so recht glauben. Die Interessengemeinschaft setzt auf die Kommunalwahl im März und eine Änderung der Machtverhältnisse danach. Mit einer Stimme Mehrheit wurde das Planverfahren Altkönigstraße/Steinmühlenweg beschlossen.

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