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Antigone droht die Todesstrafe.
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Antigone droht die Todesstrafe.

Studio-Bühne Bad Homburg

Zwischen Sitten und Gesetzen

  • Miriam Keilbach
    VonMiriam Keilbach
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Weinen erwünscht: 2500 Jahre ist das Stück "Antigone" alt und noch immer rührt die Tragödie Zuschauer zu Tränen. Die Studio-Bühne in Bad Homburg spielt das Stück von Sophokles in der Englischen Kirche.

Still sitzen sie auf einer Bank vor den beiden antiken Säulen, Antigone und Eurydike, während der Chor, bestehend aus Vertretern des Volkes, spricht. Wie soll Antigone in ihrem leuchtend blauen Kleid bestraft werden?

Am kommenden Wochenende bringt die Studio-Bühne Bad Homburg das 2500 Jahre alte Stück „Antigone“ des griechischen Dichters Sophokles auf die Bühne in der Englischen Kirche. Inszeniert hat Regisseur Peter Skrezek das Stück nach Ernst Buschor. Es ist verkürzt – 80 statt 140 Minuten, und die Grammatik ist vereinfacht. „Die Fassung ist noch schwierig genug. Leute, die Antigone nicht kennen, müssen gut zuhören“, sagt der zweite Vorsitzende Thilo Berk. „Wir suchen immer nach etwas Besonderem, Antigone ist sprachlich anspruchsvoll.“ Schwierig seien vor allem die Textpassagen für den Sprechchor, bei dem alle Mitglieder gleich schnell sein müssen.

Die Studio-Bühne hatte im vergangenen November zum 200. Todestag von Heinrich von Kleist in der Englischen Kirche Auszüge unter anderem aus „Der zerbrochene Krug“ und „Prinz Friedrich von Homburg“ gespielt. Jetzt fragte Kulturdezernentin Beate Fleige, ob das Team nicht Lust hätte, ein ganzes Stück aufzuführen. Wegen des Termins Totensonntag kam nur eine Tragödie infrage.

„Wir haben das Stück angelesen, aber uns fehlte eine Antigone“, sagt Skrezek. Dann stieß er auf Stephanie Uhrlandt, die eine Gesangsausbildung hat und die Atemtechnik beherrscht. „Nach dem Probelesen wussten wir, dass sie die Antigone wird“, sagt Skrezek. Sie spielt die Tochter des Ödipus, die in einem Konflikt mit ihrem Onkel, dem König von Theben (Stefan Hennig), steht. Antigone will ihren Bruder nach überkommener Sitte beerdigen, König Kreon verweigert dies unter Berufung auf Gesetze. Weil Antigone eine heimliche Bestattung versucht, droht ihr die Todesstrafe. Skrezeks Frau, Isabelle Schubert, entwarf und nähte die Kostüme, obwohl sie noch nie zuvor geschneidert hatte. Aber man wollte Kosten sparen. Die Studio-Bühne wird zum einen über Mitgliedsbeiträge, zum anderen über Zuschüsse der Stadt Bad Homburg finanziert.

Rund 400 Menschen kamen zu der Kleist-Aufführung, auf eine ähnliche Resonanz hofft das Team auch jetzt wieder. Acht Monate haben sie geprobt, zweimal die Woche – neben Job und Familie, denn die Schauspieler sind Hobby-Schauspieler. Skrezek sagt: „Wer am Ende keine Träne verdrückt, hat kein Herz.“

Englische Kirche, Samstag, 24. November um 19 Uhr und Sonntag, 25. November um 17 Uhr. Erlenbachhalle Ober-Erlenbach, Freitag, 30. November um 19.30 Uhr. Eintritt zehn Euro. Vorverkauf unter 06172 / 1783710.

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