Politik

„Zustände wie im Alten Rom“ in Bad Homburg

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Die Wahlkreisabgeordnete hospitiert bei dem Gewerkschaftsprojekt „Faire Mobilität“ und erfährt, wie Wanderarbeiter auf dem deutschen Arbeitsmarkt ausgebeutet werden.

Die Bad Homburger Landtagsabgeordnete Elke Barth (SPD) war erneut als Praktikantin unterwegs. Laut einer Pressemeldung hat sie diesmal die Beratungsstelle „Faire Mobilität“ des Deutschen Gewerkschaftsbundes besucht, der sich um die Rechte von Wanderarbeitern kümmert. Diese Männer und Frauen kommen aus ost- und südosteuropäischen Ländern und arbeiten auf deutschen Baustellen, aber auch in der Logistik-, Pflege- oder Reinigungsbranche.

Barths Fazit am Ende ihrer Hospitanz: Auf deutschen Baustellen herrschten „Zustände wie im Alten Rom“. Da gebe es Geflechte aus vielen Subunternehmen, die einzig dazu dienten, die Arbeitsverhältnisse intransparent zu machen und die Lohn- und Sozialleistungsansprüche der Arbeiter zu verschleiern. Da würden Menschen per Gewerbeschein in die Scheinselbstständigkeit getrieben und fehlende Deutschkenntnisse ausgenutzt. Die Mitarbeiter der Beratungsstelle suchen die Menschen bei ihrer Arbeit auf und informieren über die Arbeit der Gewerkschaften und über Tarif- und Mindestlöhne. 

Die Beratungsfälle bei der Fairen Mobilität nehmen stark zu, so Barth. Sie plädiert dafür, die beratende aufsuchende Arbeit der Gewerkschaften auszubauen, den Zoll personell aufzustocken und fordert das Land auf, endlich „Kontrollbehörden für öffentliche Vergaben“ einzusetzen, weil es sonst „mit Schuld trägt an Lohndumping und Ausbeutung.  

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