Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der „Romantische Weihnachtsmarkt“ ist im Hof des Bad Homburger Schlosses.
+
Der „Romantische Weihnachtsmarkt“ ist im Hof des Bad Homburger Schlosses.

Bad Homburg

Zu den Buden im Schlosshof geht’s nur mit Maske und 2G+

  • VonJürgen Streicher
    schließen

In Bad Homburg wächst Ärger über die Sperrzone. Der Weihnachtsmarkt findet unter strengen Kontrollen statt.

Am frühen Samstagabend im ersten Weihnachtsmarktlicht mit Kerzenleuchten und dezentem Lichterglanz rund um das alte Landgrafenschloss ist der kritische Punkt fast erreicht. Bei den standhaften Security-Männern unter der Libanon-Zeder am Königsflügel und bei den Kollegen auf der anderen Seite am Aufgang von der Schlossgarage nähert sich die leuchtende Zahl auf dem Display ihrer Handys jeweils der 300er-Marke. Bei 600 Besuchern insgesamt fällt die imaginäre Schranke an den Eingängen, der „Romantische Weihnachtsmarkt“ im Schlosshof rund um den Weißen Turm wird dann zur Sperrzone.

Ein Besucher pro fünf Quadratmeter, das ist die Vorgabe. Dies gilt auch für die Schlossgarage, nur 150 Menschen sind zugelassen, wo sich sonst mindestens die dreifache Menge drängelt. Geht jemand, dürfen neue hinein in die Marktzone.

ADVENTSPROGRAMM

Der „Romantische Weihnachtsmarkt“ rund ums Schloss soll - vorbehaltlich neuer Vorgaben des Landes - im gesamten Advent stattfinden. Öffnungszeit: Fr. 15-21 Uhr, Sa./So. 12-21 Uhr. Einlass nur bei Einhaltung der 2G+-Regeln.

Weihnachtshütten stehen in weitem Abstand auf der Louisenstraße. Sie dürfen täglich außer sonntags von 11-20 Uhr öffnen. „Überraschungsprogramme“ sind donnerstags ab 14 Uhr ohne konkrete Ortsangabe vorgesehen.

Die Eisbahn im Kurpark vor der Spielbank ist bis 9. Januar täglich mindestens zwischen 14 und 20 Uhr geöffnet. An den Wochenenden und Feiertagen öffnet sie von 10 Uhr bis 21 Uhr. Ausnahmen gelten an Heiligabend und Silvester (10-15 Uhr) sowie an Neujahr (14-21 Uhr).

Politik, Kur und Stadtmarketing wollen den Markt unbedingt durchziehen, die Nachbarstädte Oberursel und Friedrichsdorf haben abgesagt. „Wir sind in der Lage, unser Marktgeschehen über Absperrungen und Einlasskontrollen, komplett unter Beaufsichtigung zu behalten“, hatte Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) als Argument angeführt. Romantisch klingt das nicht, so fühlt sich auch keiner, der vor dem Flanieren in weihnachtlicher Vorfreude Impfnachweis, frisches Testergebnis und Personalausweis vorzeigen muss, bevor er sein Einlass-Bändchen bekommt. Vor allem zu den Menschen aus der Region, die zum stets beliebten Markt drängen, ist die kurzfristige 2G+-Regel nicht durchgedrungen. „Der größte Schwachsinn“, schimpfen zwei kräftige Jungs mit Kinderwagen, die Frauen im Schlepptau, die wieder abziehen müssen. „Oh ja, es gibt viele Beschwerden, in der letzten halben Stunde musste ich bestimmt 40 Familien zurückweisen“, berichtet der Security-Mann unterhalb der Schlosskirche.

Oben im Schlosshof ist die Szene überschaubar. Jede Menge Platz, hier muss sich keiner bedrängt fühlen. Die Dampfeisenbahn für Kinder fährt mit Lokführer und einer Handvoll Fahrgästen ihre Runden. „Sonst stehen hier um diese Zeit schon lange Schlangen an, sagt Schaffner Stefan Schiefenbusch, seit zwölf Jahren Stammgast im Schlosshof. Fast gespenstisch die Atmosphäre zwischen den Buden auf der Schlossgarage. Vier Holzhütten nebeneinander verrammelt, die Händler nicht gekommen, Frust. Der „Perlkönig“ mit seinem Schmuck und der Kollege mit seinen Süßigkeiten daneben stehen voll im Abseits. „Nur schleppend“ laufe das Geschäft, sagt der Schmuckhändler, ein glatter Euphemismus. Oben im Schlosshof ist das nicht besser, außer vielleicht dort, wo es „Speis und Trank“ gibt. Da kann man immerhin die Maske ablegen. „Diese Ungleichbehandlung können und wollen wir nicht akzeptieren“, heißt es in einem aufgeklebten Protestschreiben an einer geschlossenen Bude. Bei den anderen Weihnachts-Attraktionen in der Kurstadt gilt die harte 2G+-Regel nicht.

Die vom Schloss bis zum Rathaus beleuchtete Fußgängerzone Louisenstraße ist am Vorabend des Ersten Adventsonntag wie gewohnt stark frequentiert. Alteingesessene wie der „Blumen-Peter“ mit seinen Adventskränzen im Straßenverkauf berichten aber auch, dass dies „kein Vergleich“ sei mit dem adventlichen Gedränge in früheren Zeiten. Im auf 120 Plätze reduzierten Stadl vor dem Kurhaus ist ohne Hüttengaudi noch viel Platz, draußen trägt keiner Maske, weil alle an den überdachten Stehtischen essen und trinken. Auf der Einkaufsmeile gibt es keine Maskenpflicht, nicht mal vor der hoffnungslos überlaufenen einzigen Test-Station im Umfeld gehört das Utensil zum Schutz vor dem Virus zur Standard-Ausrüstung der Menschen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare