Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Engagierte Vogelschützer: Friedel Pleines, Johann Steffens, Günter Schuchmann, Holger Fröhlich und Hans Kircher (v. l.). j. reichwein
+
Engagierte Vogelschützer: Friedel Pleines, Johann Steffens, Günter Schuchmann, Holger Fröhlich und Hans Kircher (v. l.). j. reichwein

Bad Homburg

Wohnungen für Vögel und Fledermäuse

Der Naturschutzbund errichtet ein Artenschutzhaus in sechs Metern Höhe. Der Bestand ist stark zurückgegangen

In Ober-Eschbach wird Wohnraum geschaffen – nicht nur auf der Megabaustelle am Südcampus, sondern auch etwas versteckter, im alten Ortskern. Im Schulgarten der Grundschule im Eschbachtal sollen sich allerdings ausschließlich gefiederte Neubürger ansiedeln: Ein Artenschutzhaus für Vögel und Fledermäuse, das die Naturschutzbund-Ortsgruppe Ober-Eschbach hat aufstellen lassen, bietet Platz für mehr als 50 Tiere, darunter sechs Mauerseglerpaare und Mehlschwalben, für die ringsum 24 Nester angebracht sind.

Es handelt sich um Geschosswohnungsbau in luftiger, vor Waschbären sicherer Höhe, die ein sechs Meter hoher Stahlmast garantiert. Und lebenswichtig ist für den Mauersegler, der sich beim Abflug zunächst mehrere Meter fallen lässt, um die benötigte Fluggeschwindigkeit zu erreichen. Im Haus, das einen Durchmesser von rund zweieinhalb Metern hat, gibt es verschiedene „Etagen“ und „Flure“, also Bereiche und Abteilungen, die für ein friedliches Miteinander der Bewohner sorgen: Die Einfluglöcher, die unterschiedlich groß sind, sollen außer Mauerseglern und Schwalben den Haussperling anlocken, für den zwölf Brutkammern zur Verfügung stehen, zudem Stare sowie Nischenbrüter wie den Hausrotschwanz. Drei Fledermaus-Kombikästen im unteren „Geschoss“ runden das besondere Wohnraumangebot ab.

Das nottut, wie Günter Schuchmann weiß. „Die Bestände in Ober-Eschbach nehmen stark ab“, mahnt der 81-Jährige, der seit 35 Jahren Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe ist. Wie anderswo auch sei jeder fünfte Vogel nicht mehr da. Das hänge mit dem Insektensterben zusammen, in diesem Jahr aber auch mit dem kalten, nassen Frühling. „Anfang Februar haben die Vögel ihre Brut wieder verlassen, weil es zu kalt war“, berichtet Schuchmann. Umso mehr freut er sich, dass das Artenschutzhaus endlich steht – ein Projekt mit längerem Vorlauf, schließlich mussten die Vogelschützer erst einmal einen geeigneten Standort finden. Damit viele Tiere einziehen, muss dieser unter anderem über hindernisfreie An- und Abflugmöglichkeiten von allen Seiten verfügen. Der Platz im Garten an der Jahnstraße, den die evangelische Gemeinde an den Förderverein der Grundschule verpachtet hat, sei ideal, so Schuchmann, der glücklich ist, dass alle Beteiligten „sehr gut mitgespielt“ hätten. Das Artenschutzhaus werde eine Bereicherung für den Schulgarten darstellen. „Bei den Kindern werden die Vögel für Gesprächsstoff sorgen. Auch junge Leute brauchen Natur – jetzt und in 30 Jahren.“

Das Haus stammt von der Firma Agrofor (Wettenberg) und hat rund 11 000 Euro gekostet. 8000 Euro hat die Stadt übernommen, für deren „großartige Unterstützung“ man sehr dankbar ist, wie Schuchmann sagt. Um den Rest zu finanzieren, hat der Nabu Spenden gesammelt. Auch die Stadt freut sich: „Jetzt haben wir in Ober-Eschbach das Flaggschiff. Mal schauen, wo sich ein solches Haus sonst noch realisieren lässt“, sagt Bürgermeister Oliver Jedynak (CDU). Werde es für die Tiere doch immer schwieriger, Nistplätze an Privathäusern oder anderen Gebäuden zu finden. Mauersegler etwa brauchten einen ganz kleinen Spalt, erklärt Holger Fröhlich, der die Umweltabteilung im Rathaus leitet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare