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Wohnquartier und Stadtteiltreff: So soll der Oberhof Ende 2020 einmal aussehen.

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Bad Homburg: Wohnprojekt im Denkmal

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In den Oberhof in Bad Homburg sollen mehrere Generationen einziehen.

Maschinenhalle und Scheune an der Burgholzhäuser Straße sind bereits verschwunden. Im Gegensatz zum restlichen Oberhof standen beide nicht unter Denkmalschutz. An ihrer Stelle soll ein neuer Gebäuderiegel mit barrierefreien Wohnungen entstehen.

Insgesamt möchte die Genossenschaft „Unser Oberhof“ aus der früheren Staatsdomäne in Ober-Erlenbach nicht nur ein Vorzeigeprojekt in Sachen Mehrgenerationen-Wohnen, sondern auch einen Treffpunkt für die Menschen in Bad Homburgs östlichstem Stadtteil machen.

29 Wohnungen in verschiedenen Größen sollen entstehen, zwischen 48 und 160 Quadratmetern. „Wir wollen eine gute Durchmischung“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Genossenschaft, Hans Georg Preißl, nun bei der symbolischen Grundsteinlegung.

Einziehen sollen junge Familien ebenso wie Senioren. Es gebe auch schon einige Anfragen, so Preißl. Bislang dominierten dabei allerdings die älteren Semester, räumt er ein.

Wenn alles gutgeht, sollen die ersten Mieter Ende 2020 einziehen. Keine der Wohnungen werde verkauft, kündigte Preißl an. Wer im Oberhof wohnen will, muss zunächst Mitglied der Genossenschaft werden. Dafür bewegt sich die avisierte Miete mit einem Quadratmeterpreis von 11,50 Euro für Bad Homburger Verhältnisse in einem mehr als moderaten Rahmen.„Der Oberhof ist kein klassisches Investorenmodell“, sagt die Architektin Antje Riedl, eine der Initiatorinnen des Mehrgenerationen-Projekts. Zumal es weit mehr als eine bloße Wohnstätte werden soll. So ist geplant, im ehemaligen Pferdestall ein Restaurant einzurichten. Außerdem sollen Stadtteil- und Familienzentrum, Jugendzentrum, eine Tagesbetreuung und die Stadtteilbibliothek in die denkmalgeschützten Räume ziehen.

Der Oberhof war früher eine Staatsdomäne, ein dem Land Hessen gehörender landwirtschaftlicher Betrieb.

2011 hat die Stadt Bad Homburg das Hofgut dem Land Hessen zusammen mit einer nördlich angrenzenden Freifläche für etwa 2,9 Millionen Euro abgekauft.

Der Bebauungsplan für das Areal ist seit 2015 rechtskräftig. 2009 hat sich der Verein „Lebensraum Oberhof“ gegründet, 2011 die Genossenschaft „Unser Oberhof“.

Der Oberhof sei schon immer ein Anziehungspunkt für die Ober-Erlenbacher gewesen, erinnert Antje Riedl. Zwischen seinen Mauern wurden Feste gefeiert und für die Kinder sei er eine Art Streichelzoo gewesen.

Riedl und Preiß sind erleichtert, dass es nach elf Jahren Leerstand nun endlich losgeht. Schließlich seien die ersten Ideen bereits 2008 entwickelt worden. 2011 wurde dann die Genossenschaft gegründet. Viel Zeit habe es in Anspruch genommen, das Vorhaben mit dem Denkmalschutz abzustimmen, berichtete Hans Georg Preißl. „Es waren viele Umplanungen nötig.“ Nun sei die Planungsphase weitgehend abgeschlossen. Als Nächstes sollen die Bestandsgebäude entkernt werden.

Als „Musterbeispiel für eine neue Art des Wohnens“, lobt Stadträtin und Sozialdezernentin Lucia Lewalter-Schoor (SPD) das Vorhaben. Es werde Strahlkraft weit über Bad Homburg hinaus entwickeln, ist sie sicher. Deshalb beteilige sich die Stadt auch „in großem Umfang“, betonte Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU).

So stellt die Stadt den Genossen das mehr als 6000 Quadratmeter große Grundstück in Erbpacht zur Verfügung und gewährt ein Darlehen über vier Millionen Euro. Außerdem wird die Kommune einen Teil der Räume anmieten. Für den Umbau der ehemaligen Staatsdomäne kalkuliert die Genossenschaft „Unser Oberhof“ mit Kosten von insgesamt 14 Millionen Euro.

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