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Das Haupthaus an der Unteren Terrassenstraße steht unter Denkmalschutz.

Bad Homburg

Wohnen an der Villa Goldschmidt in Bad Homburg

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Das unter Denkmalschutz stehende historisches Gebäude soll ein Erinnerungsort werden. Und auf dem Goldschmidt-Gelände hält ein jetzt vorliegendes Konzept eine Wohnbebauung für möglich.

Der Verfall der Villa Goldschmidt soll ein Ende haben. Erste Ergebnisse zweier Untersuchungen zu dem seit 1998 leerstehenden ehemaligen jüdischen Sanatorium an der Unteren Terrassenstraße liegen jetzt vor. Der Kreis hatte sie in Auftrag gegeben und am Dienstag in der Villa Goldschmidt vorgestellt.

Für das 2016 unter Denkmalschutz gestellte Gebäude seien Nutzungen als Büroraum, als Wohnraum oder Klinik möglich – das gebe die Architektur her. „Es ist ein Gebäude mit besonderer Verantwortung“, sagte Landrat Ulrich Krebs (CDU). „Wir wollen das historische Erbe sorgfältig bewahren.“ Und OB Alexander Hetjes (CDU) ergänzte: „Es ist ein wichtiger Ort für unsere Kur-Geschichte.“

Bad Homburg werde für das 19 000 Quadratmeter große Gelände im Dreieck Seedamm-/ Weinbergsweg einen Bebauungsplan erstellen. Das Areal soll dreigeteilt genutzt werden. Mit Ausnahme eines Teils nahe dem Amtsgericht, das der Kreis für eine mögliche Erweiterung des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums behält, soll das Areal an einen Investor verkauft werden. Was dort möglich sein soll, wollen Kreis, Stadt und Landesdenkmalamt noch ausloten.

Mit Blick auf den Park scheint den Planern klar, dass eine größere Fläche vor der später einmal sanierten Villa als Freifläche erhalten bleiben soll. Der Park soll öffentlich zugänglich sein. Südlich der Freifläche, in Richtung Weinbergsweg, sei Wohnbebauung denkbar.

Etwa 40 Wohnungen könnten im Park entstehen, sagte Büroleiterin Anja Schäfer vom Bad Homburger Architekturbüro Kreateam, das die Konzeptstudie erstellt hat. Auf dem Goldschmidt-Areal sehen die Architekten sieben zweistöckige Gebäude plus Dach vor. Zum Vergleich: Das Sanatorium hat vier Etagen plus Dach. „Die Gebäude fügen sich gut hinein“, so Schäfer, sie sorgten für eine „Durchkörnung“ des Gebietes.

In der Villa selbst oder ihrem ebenfalls denkmalgeschützten Nebengebäude von 1922 soll nach Willen von Kreis, Stadt und Denkmalschutz ein „Erinnerungsort“ für die jüdische Geschichte des Ortes entstehen. Eine zweite Untersuchung hat historisch relevante Alleinstellungsmerkmale nachgewiesen, die das frühere Sanatorium als „Ort der Kur“ besonders machen. So lässt sich etwa belegen, dass im Keller der Villa und auch später im Nebengebäude eine Synagoge war.

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