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Schlägt Angelique Kerber im kommenden Jahr im Bad Homburger Kurpark auf?

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„Wimbledon ruft nur einmal an“

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OB Hetjes will Weltklasse-Tennis in den Kurpark Bad Homburg holen. Deshalb bewirbt sich Bad Homburg für ein WTA-Turnier. Anglique Kerber ist als Botschafterin im Gespräch.

Die Euphorie ist groß bei Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) und den Verantwortlichen des Tennis Clubs (TC) Bad Homburg. Gemeinsam mit der Perfect Match GmbH des einstigen Schweizer Tennis-Profis Markus Günthardt will sich die Stadt um ein Turnier der Women’s Tennis Association (WTA) bewerben. Klappt es, könnten im kommenden Sommer Weltklasse-Tennisspielerinnen wie Angelique Kerber und Serena Williams im Kurpark zu sehen sein.

Von einer „historischen Chance“ schwärmt OB Hetjes. „Wimbledon ruft nur einmal an.“ Denn das geplante Turnier steht in direktem Zusammenhang mit dem berühmten Tennisevent in London. Dessen Ausrichter, der All England Lawn Tennis and Croquet Club, suche nach Partnern, die in der Woche vor dem Start in Wimbledon ein zusätzliches Vorbereitungsturnier ins Leben rufen, erklärt der Vorstandsvorsitzende des TC Bad Homburg, Uwe Eyles. Derzeit gebe es lediglich einen Wettbewerb im englischen Eastbourne.

Noch sei allerdings nichts entschieden, betonen Eyles und die Verantwortlichen der Stadt. OB Hetjes habe ein Interessenbekundungsschreiben an die WTA geschickt, teilt Rathaussprecher Marc Kolbe mit. Mit im Boot ist auch Aljoscha Thron. Der Manager von Angelique Kerber ist Mitglied beim TC Bad Homburg. So ist es kein Zufall, dass Deutschlands beste Tennisspielerin als Botschafterin für das geplante Turnier im Gespräch ist.

Uwe Eyles geht davon aus, dass noch im Juli eine Entscheidung erfolgen könnte. Der TC stehe jedenfalls fast zu 100 Prozent hinter der Bewerbung, betont der Vorsitzende. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung habe es am Dienstagabend ein Votum von 113 zu 5 zugunsten des Projekts gegeben.

Dabei kämen auf die Bad Homburger Tennisspieler einige Veränderungen zu. So müsste der zentrale Platz auf der Vereinsanlage im Kurpark in einen Rasenplatz umgewandelt werden, und zwar dauerhaft. Auf den beiden anderen Sandplätzen würden für die Dauer des Turniers – die Rede ist vom 20. bis 27. Juni 2020 – Tribünen für bis zu 3500 Zuschauer errichtet.

Hinzu kommen zwei weitere Rasenplätze, die auf der Wiese vor dem großen Thai-Tempel im Kurpark entstehen sollen. Die würden aber direkt nach dem Turnier wieder zurückverwandelt, so Uwe Eyles. Damit der TC seinen eigenen Spielbetrieb aufrechterhalten kann, sollen zudem zwei neue Sandplätze auf der Tiefgarage der Spielbank angelegt werden. Kurdirektor Holger Reuter sieht darin keine unlösbaren Probleme. Derzeit gebe es intensive Gespräche mit den zuständigen Behörden um die Fragen von Denkmal- und Wasserschutz. Reuter sagt zu, dass dabei alle rechtlichen Vorgaben beachtet würden.

Gleichzeitig sieht er in der Bewerbung für Stadt und Kur-Gesellschaft eine große Chance. Ein weltweit übertragenes WTA-Turnier biete erhebliche Marketingmöglichkeiten. Oberbürgermeister Hetjes rechnet zudem mit Zusatzeinnahmen für die Bad Homburger Hotels und Gastronomiebetriebe.

Darüber hinaus achte die WTA sehr darauf, dass die Spielerinnen während des Turniers öffentlich präsent sind – etwa in Form von Autogrammstunden oder Show-Trainingseinlagen, sagt Uwe Eyles. Er hofft, dadurch Kinder und Jugendliche für den Tennissport und seinen Verein gewinnen zu können.

Das Ganze habe aber auch eine historische Dimension, betont der TC-Vorsitzende. Schließlich wird im Bad Homburger Kurpark bereits seit 1876 Tennis gespielt, hier gab es die ersten Plätze auf dem europäischen Kontinent.

Unterstützt wird das Projekt von der Homburger Turngemeinde (HTG). Sie sei bereit, auf ihrer ehemaligen Sportanlage vier Trainingsplätze anlegen zu lassen. Dabei würden sie von Experten des All England Lawn Tennis and Croquet Club beraten. „Das hat dann echtes Wimbledon-Niveau“, schwärmt Eyles.

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