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So soll das neue Gebäude einmal aussehen.

Stadtentwicklung

Vertrag für Kino-Projekt steht

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Der Investor Procom will am Bahnhof in Bad Homburg einen lange ersehnten Unterhaltungs-Komplex errichten. Wegen der vorgesehenen Flächen für Einzelhandel gibt es aber auch Kritik.

Wenn alles optimal läuft, könnten Ende 2021 die ersten Filme über die Leinwände des neuen Kinocenters am Bad Homburger Bahnhof flimmern. Wie Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) am Dienstag in einem Pressegespräch mitteilte, haben sich die Stadtverwaltung und der Investor Procom über den Verkauf des dafür nötigen Grundstücks und Details zur Entwicklung des Projekts geeinigt.

Dem entsprechenden Vertragsentwurf hat der Magistrat bereits zugestimmt, ebenso wie dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Bahnhofstraße/Basler Straße“. Das Stadtparlament entscheidet am Donnerstag, 27. Juni, darüber.

Außer dem Kino soll auf dem 6500 großen Areal am Bahnhof ein Musik-Club mit Rooftop-Bar entstehen. Darüber hinaus ist in dem multifunktionalen Gebäude ein Parkhaus mit etwa 400 Stellplätzen vorgesehen. Hinzu kommen auf Wunsch des Investors ein Fitnessclub, der sich über mehrere Ebenen erstrecken soll sowie zwei Einzelhandelsflächen von jeweils knapp 800 Quadratmetern.

Ein Entgegenkommen, das vor allem der Bürgerliste Bad Homburg (BLB) ein Dorn im Auge ist. Zwar sei auch die Wählergemeinschaft für ein Kino, hatte Fraktionschef Armin Johnert bereits in einer früheren Stellungnahme erklärt. „Aber nicht um jeden Preis.“ Seine Befürchtung: Die zusätzlichen 1600 Quadratmeter Geschäftsfläche am Bahnhof könnten Kaufkraft aus der Innenstadt abziehen. Die Folge: „weitere Leerstände auf und rund um die Louisenstraße“.

Oberbürgermeister Hetjes verweist darauf, dass der Investor per Gutachten nachweisen müsse, dass die vorgesehenen Läden zu dem Zentrenkonzept der Stadt passen. Ohnehin habe man in den Vertrag einige Klauseln eingebaut, um die Interessen der Stadt zu wahren.

So muss Procom bis spätestens 30. November den Bauantrag stellen und das Bauvorhaben innerhalb von 24 Monaten abschließen. Ansonsten hat die Stadt ein Rücktrittsrecht. Außerdem sieht der Vertragsentwurf vor, dass der Investor bis Ende Oktober Mieter für Club und Parkhaus finden muss. Als Betreiber für das Kino ist die Kinopolis-Gruppe im Gespräch, die unter anderem das Kinocenter im Main-Taunus-Zentrum unterhält. Aktuell gibt es in der 56000-Einwohner-Kommune kein Kino.

Auch bei der Fassadengestaltung habe sich die Stadt ein Mitspracherecht einräumen lassen, betonte Hetjes. Von drei in gemeinsamer Abstimmung entwickelten Vorschlägen, könne die Stadt am Ende einen auswählen. Aber auch der Denkmalschutz hat ein Wörtchen mitzureden – wegen des alten Wasserturms, an den das neue Gebäude dicht heranrückt.

Procom will das ehemalige Postareal am Bahnhof kaufen und das Gebäude auf eigenes Risiko bauen und betreiben. Dem Immobilienentwickler aus Hamburg gehört bereits das Grundstück neben dem ehemaligen Postgelände. Dort soll ebenfalls bis 2021 ein Büroquartier mit insgesamt 23 000 Quadratmetern Mietfläche entstehen.Procom war als Investor für den Unterhaltungskomplex eingesprungen, nachdem Ende des vergangenen Jahres die Verhandlungen zwischen der Stadt und der Deutschen Anlagen Leasing (DAL) an Finanzierungsfragen gescheitert waren.

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