Erinnert an Maria: Antike Göttin mit Kind. Bild: Saalburg/Peter Knierriem

Bad Homburg

Der Ursprung des Weihnachtsfests: Ausstellung in Bad Homburg

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Im Römerkastell Saalburg öffnet am Sonntag, 1. Dezember, eine Weihnachtsausstellung.

Das Weihnachtsfest ist für viele Christen heute das wichtigste im Kirchenjahr, doch das war nicht immer so. „Für die frühen Christen spielte die Geburt Jesu keine besondere Rolle. Für sie war seine Auferstehung und damit das Osterfest viel wichtiger“, sagt Sven Lichtenecker. Er ist der Kurator der Weihnachtsausstellung „Sonne der Gerechtigkeit“, die das Römerkastell Saalburg in Bad Homburg in Kooperation mit dem Bibelhaus Erlebnis Museum Frankfurt von Sonntag, 1. Dezember, bis zum 2. Februar zeigt. Sie beleuchtet die Motive der biblischen Weihnachtserzählungen sowie die Entstehungsgeschichte des Weihnachtsfestes und spannt dabei einen Bogen bis zu den römischen Religionen.

Konstantin dem Großen, dem ersten römischen Kaiser, der sich dem Christentum zuwandte, ist es zu verdanken, dass die Menschen in Rom im 4. Jahrhundert begannen, am 25. Dezember die Geburt Jesu zu feiern. Davor hatten Gelehrte lange darüber gestritten, an welchem Tag der Heiland wohl das Licht der Welt erblickt hatte. Der 25. Dezember war für Römer ein ganz besonderer Tag. „Er galt als Geburtstag von Sol invictus“, sagt Lichtenecker. Sol invictus war der Reichs- und Sonnengott, damals einer der höchsten Gottheiten in ihrem Pantheon.

Ob Konstantin tatsächlich selbst gläubiger Christ war und deshalb das Christentum förderte oder er damit seine Macht konsolidierte, ist nicht klar. Der Legende nach soll er vor der für ihn entscheidenden Schlacht um Rom, eine Vision gehabt haben. Er soll ein strahlendes Kreuz am Himmel gesehen und eine Stimme gehört haben, die ihm zurief: In diesem Zeichen wirst Du siegen. Der Kaiser wies daraufhin seine Soldaten an, das Christusmonogramm auf ihre Schilder zu malen. Warum die Geburt Jesu zu diesem Zeitpunkt insgesamt an Bedeutung gewann, liegt in den römischen Religionen begründet. „Auch bei römischen Gottheiten spielten deren Geburt und das, was während ihrer irdischen Zeit passierte, eine besondere Rolle“, sagt der Theologe und Religionswissenschaftler.

Wer die Weihnachtsausstellung in der Saalburg besucht, bekommt auch einen Eindruck davon, wie eng die christliche Ikonografie mit der antiken verbunden ist. So ist dort etwa eine Ikone aus dem 20. Jahrhundert zu sehen, die Maria als stillende Mutter zeigt. „Dieses Motiv lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen“, sagt Lichtenecker. Schon Isis beispielsweise, eine ursprünglich ägyptische Göttin, die aber auch von den Römern verehrt wurde, wurde beim Stillen ihres Kindes gezeigt.

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