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Endstation Gonzenheim: Noch endet die U2 in dem Bad Homburger Stadtteil.

Bad Homburg

U-Bahn-Ausbau nimmt Fahrt auf

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Für das positive Votum beim Bürgerentscheid gibt es Lob aus Frankfurt und vom RMV. Oberbürgermeister Hetjes kündigt zusätzlichen Schallschutz für die Anwohner an.

Nach dem positiven Votum beim Bürgerentscheid für den Ausbau der U2 kündigt Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) noch für diese Woche die ersten Schritte an, „um die detaillierte Planung der Strecke in Auftrag geben zu können“.

Allerdings werde es voraussichtlich neun Monate dauern, bis die entsprechenden Verträge unterzeichnet werden können. Wegen der Auftragssumme sei ein europaweites Verfahren nötig, teilt Hetjes mit. Zudem soll der Auswahl des Planungsbüros ein Interessenbekundungsverfahren vorgeschaltet werden.

Die Kosten für den Bau der 1,6 Kilometer langen Strecke zwischen der aktuellen Endhaltestelle in Gonzenheim bis zum Bad Homburger Bahnhof wird auf bis zu 66 Millionen Euro geschätzt. Das Land hat bereits zugesagt, einen Großteil davon zu übernehmen. Auf die Stadt selbst kommen immerhin noch bis zu 22 Millionen Euro zu.

Als Bauherr für das Projekt werde Bad Homburg aber nicht fungieren, betont der Oberbürgermeister. Das sei weder von der Personalkapazität noch von der Erfahrung her möglich. Bislang sei noch offen, welche Rechtsform am besten geeignet ist, das Projekt umzusetzen. Für den 6. November ist das erste Treffen einer Lenkungsgruppe angesetzt, der neben Bad Homburg unter anderem die Stadt Frankfurt und die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) als Betreiberin der U-Bahn angehören.

Aus der großen Nachbarstadt ist derweil viel Lob für das Ergebnis des Bürgerentscheids zu hören. „Eine lange Geschichte hat am Sonntag ein gutes Ende gefunden“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD).

„Bad Homburg wird so zur wichtigen Verkehrsdrehscheibe zwischen S-Bahn, Taunusbahn, U-Bahn und Bus“, ergänzt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Die U-Bahn-Verlängerung komme zahlreichen Frankfurter Bürgern in den nördlichen Stadtteilen wie Nieder-Eschbach und Bonames zugute, die zukünftig umsteigefrei mit der U-Bahn-Linie U2 direkt nach Bad Homburg fahren könnten. Gleiches gelte umgekehrt für die Menschen aus dem Usinger Land, wie Hochtaunus-Landrat Ulrich Krebs (CDU) betont. Zusammen mit dem geplanten Ausbau der S-Bahn-Linie 5 bis Usingen könne so auch eine „Siedlungsreserve für den gesamten Frankfurter Raum“ erschlossen werden.

Ebenfalls in die Zukunft blickt RMV-Geschäftsführer Knut Ringat: „Noch stärker wird sich die Verlängerung der U2 auszahlen, wenn die Regionaltangente West durch Bad Homburg führt und damit der erste Schritt zum Schienenring rund um Frankfurt gemacht ist.“

Ungeteilt ist die Freude über den Ausgang des Bürgerentscheids allerdings nicht. Im Bad Homburger Stadtteil Gonzenheim, durch den die Neubaustrecke führen wird, stimmte eine Mehrheit von rund 60 Prozent der Wähler gegen den U-Bahn-Ausbau.

Ortsbeiratsmitglied Wolfgang Lindstaedt (FDP), der sich lange vehement gegen die Verlängerung der U-Bahn-Strecke eingesetzt hatte, fordert nun einen „maximalen Schallschutz“ für die Anwohner. Nach einem Runden Tisch, zu dem Oberbürgermeister Hetjes noch vor dem Bürgerentscheid eingeladen hatte, sei er optimistisch, dass dies möglich sein werde.

Der Schallschutz werde „bei allen künftigen Schritten besonders beachtet“, kündigt Hetjes an. So plane die Stadt entlang der bestehenden Strecke zwischen Frankfurter Landstraße und Bahnhof außer dem Schallschutz in Richtung Norden auch zusätzlichen Schutz nach Süden, der Geräusche der bereits heute fahrenden S-Bahn und der Taunusbahn dämmen würde.

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