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Töchter machen großen Umsatz

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Von: Andrea Herzig

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Eines der Großprojekte der Stadt: der Bahnhof.
Eines der Großprojekte der Stadt: der Bahnhof. © Rolf Oeser

Die Stadt Bad Homburg legt einen Bericht über ihre Beteiligungen an 30 Unternehmen vor. Bürger können ihn im Stadtladen oder im Internet einsehen.

Wer Spaß am Wühlen zwischen Zahlen und Organigrammen hat, für den hat die Stadt jetzt eine Neuausgabe eines jährlich erscheinenden Klassikers aufgelegt, diesmal früher und vermutlich mit noch ein paar Zahlen mehr: Den Beteiligungsbericht für 2012, einzusehen im Stadtladen oder unter www.bad-homburg.de. Darin ist säuberlich aufgelistet, wo Bad Homburg überall seine finanziellen Finger drin hat, oder anders ausgedrückt, wie die Stadt an 30 Unternehmen mittelbar oder unmittelbar beteiligt ist.

Die Stadt hat Eigenbetriebe, das sind der Betriebshof und die Stadtwerke und Eigengesellschaften wie die Kur- und Kongress GmbH nebst deren Töchtern. Außerdem hat sie 18 Beteiligungen in verschiedenen Bereichen wie beim Verkehr am RMV oder dem Wasserbeschaffungsverband Taunus. Betriebshof, Stadtwerke und Kur GmbH allein machten 2012 einen Umsatz von 74 Millionen Euro, die Betriebe sind eine große wirtschaftliche Kraft in der Stadt.

Unternehmensgegenstand, Gewinne, Zuschüsse, Geschäftsprognosen, alles ist nachzulesen in den Berichten. Auch die personelle Zusammensetzung der Aufsichtsräte und Betriebskommissionen und deren Sitzungsgelder sind aufgelistet, sie schwanken zwischen 35 und 100 Euro. Manche Namen tauchen in vielen Gremien auf. Laut Stadtsprecher Möring bekommen Hauptamtliche wie Korwisi und Krug für die Arbeit in den Eigenbetrieben kein extra Sitzungsgeld, in den Gesellschaften schon. Dort ist die Aufwandsentschädigung nach oben bei 6000 Euro vor Steuer im Jahr aber gedeckelt – egal wie lang die Sitzung dauert.

Spielbank neu im Bericht

In den Aufstellungen finden sich die Zahlen zu Nachrichten aus dem Tagesgeschäft. Bei den Stadtwerken steht da ein Verlust von 363.000 Euro für das Geschäftsfeld Wärme. Hier arbeitet die Stadt an einem Blockheizkraftwerk im Gartenfeld und eines am Bahnhof, es muss erst noch investiert werden.

Drei Seiten weiter steht eine Zahl, die es noch nicht in die Öffentlichkeit geschafft hat: Am 19.8.2012 registrierte das Seedammbad die historisch höchste Besucherzahl, es waren 9660 Gäste im Bad. Im Mittel plant das Bad mit 400.000 Menschen im Jahr, 2012 waren es 480.000.

Die Spielbank ist neu im Bericht der Stadt, aber die Erwartungen für 2013 sind bereits vermerkt: Ein Bruttospielerlös von 25 Millionen Euro, von dem die Konzessionsabgaben an Land und Stadt abfließen, und ein Gewinn von einer Million Euro.

Der Betriebshof präsentiert für 2012 einen Gewinn von 514 000 Euro. Dies ist auch ein Rechenmodell mit linker und rechter Tasche, denn die Stadt ist des Betriebshofs bester Kunde. 9,2 Millionen Euro standen auf der Rechnung im Jahr 2012.

13,7 Millionen Euro hat die Stadt ihren Unternehmen zugeschossen. 5,8 Millionen waren es für den Bahnhofsumbau. Die Kur- und Kongress bekam 4,6 Millionen, unter anderem zu Pflege des historischen Ambientes inklusive Kurpark und Golfanlage.

Künftig will Kämmerer Krug den Bericht noch früher vorlegen. Das soll der Stadt Raum zum Handeln geben, sollte eines ihrer Unternehmen in finanzieller Schieflage sein. Ab 2015 ist Bad Homburg verpflichtet, einen sogenannten Konzernabschluss zu erstellen, der die wirtschaftlichen Verflechtungen der Stadt noch transparenter darstellen soll.

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