Bad Homburg

Teleskop für Bad Homburger Sternwarte

  • vonSabine Munstermann
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Die AG Orion findet bei einer kleinen Privatsternwarte im Odenwald nützliches Zubehör. Ihr eigener Bau in Bad Homburg soll in diesem Jahr fertig werden.

Die Astronomische Gesellschaft (AG) Orion wird eine Sternwarte am Peter-Schall-Haus bauen. Die Verträge sind unter Dach und Fach. Und mit derzeit 157 000 Euro an Spendeneinnahmen ist die Finanzierung gesichert. Nun gibt es auch noch großzügige Unterstützung durch ein Paar aus Köppern.

Das hatte die Berichterstattung über das Vorhaben verfolgt und den Vorstand der AG Orion anrief, weil es möglicherweise etwas dazu beizusteuern hätte. Denn die Frau des Paares – es möchte ungenannt bleiben – ist eine nahe Verwandte eines verstorbenen Grafen im Odenwald, der dort eine „kleine Privatsternwarte“ gebaut hat. „Sseine Nachkommen suchten Interessenten für die optischen Instrumente“, sagt AG-Orion-Pressewart Michael Feiler.

„Porta ad Astra“ – „Tor zu den Sternen“ nannte Graf Franz II. zu Erbach-Erbach seine 1958 in Eigenregie gebaute Sternwarte nahe des Odenwälder Jagdschlosses in Eulbach bei Michelstadt. Hier konnte der Graf (1925 – 2015) seiner stillen Leidenschaft, der Astronomie, Zeit schenken.

Interesse am Linsenteleskop

Bei einem Besuch vor Ort stellten Feiler und seine Vereinskollegen fest: „So klein, wie die Köpperner Verwandten die Sache telefonisch beschrieben hatten, war die Sternwarte Eulbach gar nicht.“ „Da standen eine große, eine mittlere und eine etwas kleinere Kuppel, auf 500 Metern Höhe, mitten in der Natur – weitab von Industriebetrieben und ungestört von den Lichtquellen in städtischer Umgebung.“

Die AG Orion interessierte sich besonders für das Linsenteleskop in der großen Sternwartenkuppel. „Genauer gesagt, handelt es sich dabei um einen hochwertigen Acht-Zoll-Refraktor aus der legendären deutschen Teleskop-Schmiede ,Lichtenknecker Optics‘", betont Feiler. Diese Firma sei für ihre guten Qualität bekannt.

Der Vorstand war begeistert und reiste ein zweites Mal zur Sternwarte, um das Teleskop auszumessen und genauer zu begutachten. Das Fazit: Auch wenn es schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel hat, ist das Linsenteleskop doch in einwandfreiem Zustand.

Beim Abschrauben der Tubuskappe kam eine weitere Überraschung zum Vorschein. Das Objektiv ist von der hochwertigen Optikmarke Carl Zeiss aus Jena. „Es besitzt damit eine sehr gute Farbkorrektur, die gerade bei der Beobachtung vom hellen Mondrand zum dunklen Himmelshintergrund wichtig ist. Hier wird man den Bürgern ein farbreines Bild im Okular präsentieren können“, ist Feiler überzeugt.

Über den Kaufpreis wurde zwar Stillschweigen vereinbart, aber Feiler sagt: „Das Teleskop ist weit mehr wert als unser Kaufpreis und war deshalb wirklich eher ein Geschenk für uns.“

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