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Taunussparkasse investiert in Filialen

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Von: Torsten Weigelt

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Die Zentrale der Taunussparkasse in Bad Homburg. Nach 20 Jahren wird ihr Innenleben nun umgebaut.
Die Zentrale der Taunussparkasse in Bad Homburg. Nach 20 Jahren wird ihr Innenleben nun umgebaut. © Rolf Oeser

Die Taunussparkasse präsentiert trotz der andauernden Niedrigzinsphase eine solide Bilanz. Im Laufe des Jahres wird die Zentrale umgebaut.

Nein, auf Mario Draghi und die Europäische Zentralbank möchte er nicht schimpfen, sagt der Vorstandsvorsitzende der Taunussparkasse, Oliver Klink. Was aber nicht bedeutet, dass sein Institut völlig ungeschoren durch die anhaltende Niedrigzinsphase kommt.

„Wir tun uns auf der Zinsseite schwer“, räumte sein Vorstandskollege Markus Franz am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz ein. So schrumpfte der Zinsüberschuss als weitaus größter Ertragsbringer der Sparkasse im vergangenen Jahr um gut drei Millionen auf 105,2 Millionen Euro.

Für 2017 rechnet die Vorstandsspitze mit einem weiteren Rückgang. „Wir befinden uns in einer historisch einmaligen Situation“, sagt Oliver Klink. Auch der Gewinn könnte geringer ausfallen als im vergangenen Jahr. Was aber nicht nur an den Zinsen liege, sondern auch an geplanten Investitionen.

Größter Brocken ist dabei die Zentrale der Taunussparkasse an der Ludwig-Erhard-Anlage. Deren Innenleben soll im Laufe des Jahres komplett umgestaltet werden: Moderne Büros, eine größere Küche und bessere Möglichkeiten zur Kommunikation sollen das Arbeiten angenehmer machen, kündigte Klink an. Das zweite Stockwerk ist bereits entsprechend umgebaut. Außerdem soll Platz für die Mitarbeiter des Private Banking geschaffen werden, die sich derzeit noch in der Filiale in der Louisenstraße befinden. Was das Ganze kosten wird, wollte der Vorstandschef gestern nicht verraten. Dem Vernehmen nach geht es um eine Summe von gut zehn Millionen Euro.

Aber nicht nur in ihre Zentrale will die Taunussparkasse investieren, auch sämtliche Filialen sollen nach und nach modernisiert werden. Vorbild ist das neue Gebäude in Eschborn. Klink und Franz nutzten die Bilanz-Pressekonferenz für ein ausdrückliches Bekenntnis zum Filialgeschäft. Zwar wolle auch die Taunussparkasse technisch aufrüsten und manche Produkte stärker standardisieren, doch der persönliche Kontakt vor Ort soll für die Kunden weiterhin möglich sein.

Seit 2012 habe man keinen Standort aufgegeben, betonte Oliver Klink. Mit einer Ausnahme: Im Laufe dieses Jahres wurde die Niederlassung in Niedernhausen geschlossen. Doch die habe sich außerhalb des Kerngeschäftsgebietes befunden; außerdem befinde sich auf der anderen Straßenseite eine Filiale der Nassauischen Sparkasse.

Einstellen müssen sich die Kunden der Taunussparkasse an manchen Standorten allerdings auf veränderte Öffnungszeiten. In den kleineren Zweigstellen wolle man diese „variabel gestalten“, kündigte Klink an. Auch Gebührenerhöhungen wollte er nicht ausschließen. Das werde aber nicht im großen Stil geschehen.

Trotz der Zinsflaute konnte Oliver Klink gestern ein alles in allem solides Zahlenwerk präsentieren. So hat die Taunussparkasse 2016 sowohl ihre Kundeneinlagen als auch ihre Kreditvergabe gesteigert. Wichtig sei, dass sich beides die Waage halte, betonte Klink. Der weitaus größte Teil der Kredite sei an Unternehmen und Selbstständige geflossen. „Damit schaffen wir die Grundlage für Wohlstand und Wachstum hier in der Region.“

Aber auch die Sparkasse selbst steht auf einem festeren Fundament als noch vor fünf Jahren. Seitdem habe sie ihr Kernkapital auf 387 Millionen Euro aufgestockt, berichtete Vorstandschef Klink. Die entsprechende Quote beträgt nun 13,5 Prozent, das ist ein Plus von 4,4 Prozentpunkten.

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