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Tagesklinik soll in Bad Homburg bleiben

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Von: Andrea Herzig

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Zwei Stockwerke stehen der Klinik zur Verfügung.
Zwei Stockwerke stehen der Klinik zur Verfügung. © Martin Weis

Vitos psychiatrische Tageskkinik feiert ihr 15-jähriges Bestehen. Landrat Dieter Krebs wünscht sich zum Jubiläum, dass die Einrichtung noch lange in Bad Homburg bleibt.

Vitos psychiatrische Tageskkinik feiert ihr 15-jähriges Bestehen. Landrat Dieter Krebs wünscht sich zum Jubiläum, dass die Einrichtung noch lange in Bad Homburg bleibt.

Der Landrat redet und die ganze Geburtstagsgesellschaft hört genau hin. Dieter Krebs erzählt von der Zukunft der psychiatrischen Tagesklinik in Bad Homburg. Seit 15 Jahren gibt es sie, seit 2001 ist sie in der Taunusstraße 5 im Hochhaus auf dem Klinikgelände etabliert und der Landrat wünscht sich, dass die Einrichtung in der Stadt „gehalten wird“. Krebs unterstreicht den Wunsch mit Adjektiven wie „wertvoll“ und „wichtig“ und dass die Klinik das Profil des Gesundheitsstandorts Bad Homburg abrunde.

Genauer wurde er nicht. Nach dem Neubau der Hochtaunuskliniken wird das Gelände des alten Krankenhauses neu geplant. Bis 2015, sagt Stephan Köhler, Geschäftsführer der Vitos Hochtaunus gGmbH, werde die Tagesklinik vermutlich in den angestammten Räumen bleiben. Für das Danach halte man die Augen offen. Zieht das Waldkrankenhaus von Köppern auf das Gelände der Hochtaunusklinik, „sind wir auch dabei“ .

Tägliche Herausforderung

Bürgermeister Karl Heinz Krug gratulierte der Tagesklinik und ihren Beschäftigten zu diesen 15 Jahren, in denen sie eine große Herausforderung täglich neu angenommen hätten. Krug zitierte eine Studie, nach der 38 Prozent der Menschen in Europa unter psychischen Störungen leide. Angesichts dieser hohen Zahl sei ein Angebot wie das der Tagesklinik wichtig, um die Menschen in erreichbarer Nähe zu versorgen.

Geschäftsführer Köhler begann seine Geburtstagsrede mit einem Lob an die Mitarbeiter, deren Engagement und Fleiß man die Erfolgsgeschichte der Tagesklinik zu verdanken habe. In einem Landhaus in Köppern startete die Klinik im Jahr 1998, erinnerte Köhler. Seit 2001 ist sie mitten in der Stadt angesiedelt, die Erreichbarkeit sei enorm wichtig für die Patienten. 2006 kam die psychatrische Ambulanz hinzu, die stationären Betten in Köppern wurden parallel zum Ausbau der Tagesklinik reduziert. Zurzeit sind es 119.

Weg mit den Betten

Die Fachleute scheinen unisono von dieser Form der Therapie überzeugt: weg mit den Betten. Die „Enthospitalisierung“ sei die Zukunft, sagt auch Professor Ansgar Klimke, er ist der ärztliche Direktor des Waldkrankenhauses in Köppern. Die 18 Tagesplätze in Bad Homburg, sagte Klimke, reichten für die Zukunft wohl nicht. Mit diesem ambulanten Behandlungsmodell könne man noch viel mehr Patienten die stationäre Aufnahme ersparen.

Ins gleiche Horn stieß Professor Arno Deister, Chefarzt des Zentrums für psychosoziale Medizin in Itzehoe, der den fachlichen Festvortrag zum Geburtstag hielt. Deister, aufgewachsen in Bad Homburg, hat in seiner Klinik schon vieles umgesetzt, woran andernorts noch kräftig gearbeitet wird. Mit bunten Folien, ein paar überzeugenden Zahlen und ganz wenig Fachchinesisch belegte der Professor, wie sinnvoll für Patient, Träger und Krankenkassen die Behandlung eines psychisch kranken Menschen ist, wenn man ihn nicht in Behandlungsschubladen steckt, sondern in einem flexiblen System zwischen stationärer und ambulanter Betreuung therapiert.

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