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Sternwarte öffnet Tür und Kuppel

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Beim „Abend der offenen Tür“ der Volkssternwarte am Peter-Schall-Haus konnten die Besucher und Besucherinnen durch die großen Teleskope einen Blick ins Weltall werfen. PriEdemuth
Beim „Abend der offenen Tür“ der Volkssternwarte am Peter-Schall-Haus konnten die Besucher und Besucherinnen durch die großen Teleskope einen Blick ins Weltall werfen. PriEdemuth © Priedemuth

Zur Premiere kommen Hunderte Besucher ans Peter-Schall-Haus

Bad Homburg - Bei allem Optimismus: Dass das Interesse an der neuen Volkssternwarte so groß sein würde, hätten selbst diejenigen nicht gedacht, die sich seit Jahren mit Herzblut für das Projekt engagieren. „Es kamen über 450 Leute, teilweise betrug die Wartezeit, um einen Blick durchs Okular werfen zu können, 90 Minuten - und trotzdem gab es kein böses Wort, alles war entspannt und harmonisch . . . “, zeigte sich der für die Öffentlichkeitsarbeit der AG Orion verantwortliche Michael Feiler am Morgen nach der „Nacht der Nächte“ noch immer beeindruckt und bewegt von der Stimmung der Gäste.

Das Gefühl beruhte auf Gegenseitigkeit. Der Tag der offenen Tür, mit der die im Juni eröffnete Sternwarte der breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde, zog ein breites Spektrum an Besuchern an, es reichte vom versierten Hobby-Astronomen über interessierte Senioren bis hin zu neugierigen Kindern.

Die Voraussetzungen für die Beobachtung waren ideal. Wolkenloser Himmel, (fast) Vollmond und scheinbar dicht bei ihm der Millionen Kilometer entfernte Jupiter. Eine Einladung, sich auf die Schönheit des Universums einzulassen, die man nicht abschlagen konnte. Für die Profis gab es trotzdem einen minimalen Abzug in der B-Note: „Der Mond überstrahlt auch viel von dem, was man dieser Tage noch beobachten könnte“, sagte Orion-Chef Oliver Debus, der Interessierten mit einem grünen Laserpointer zeigte, wohin sie ihren Blick wenden sollten, wenn sie mit bloßem Auge etwa nach Jupiter oder Saturn Ausschau halten wollten.

Die Reaktion einer jungen Besucherin auf den Anblick des Ringplaneten durch das Teleskop gehöre zu den schönsten Rückmeldungen des Abends. „Ein Mädchen, vermutlich so um die acht Jahre, sagte zu einem unserer Mitglieder: ,Das ist so schön, das ist schöner als Kino‘ “, erzählt Feiler. Mission erfüllt, Begeisterung geweckt. Davon zeugen auch zwölf unterschriebene Zettel. „Wir haben spontan ein Dutzend neue Mitglieder für die AG Orion gewonnen.“

Spontaner Vortrag über Astro-Fotografie

Ein Gast beeindruckte besonders. „Wie sich herausstellte arbeitet er in der großen Vega-Sternwarte in Salzburg und besucht hier im Taunus seine Eltern“, erzählt Feiler. Weil am Abend im Peter-Schall-Haus Vorträge, unter anderem zur Lichtverschmutzung, gehalten wurden, bot der Gast spontan an, einen Vortrag über Astro-Fotografie beizusteuern. „Er hatte alles auf dem Handy dabei.“

Die beiden großen Teleskope nahmen derweil unterschiedliche Objekte in den Fokus - dabei waren Erwachsene wie Kinder gleichermaßen beeindruckt, wenn sie etwa das über 300 Lichtjahre entfernte Doppelsternsystem Albireo im Sternbild Schwan betrachten konnten und sahen, dass die beiden Sterne unterschiedlich farbiges Licht aussenden. Fotos entstanden davon gestern keine - „es war einfach keine Zeit, weil jeder schauen wollte und wir von der AG die ganze Zeit beschäftigt waren“, lacht Feiler.

Für die AG-Orion fällt die Bilanz des Abends rundum positiv aus. Der lange und teilweise intensive Kampf um die Sternwarte hat sich gelohnt. „Und wir hatten Glück, was die Zeit angeht“, bilanziert Feiler. „In Zeiten der Energiekrise würden wir wohl keine so große Spende mehr von der Mainova bekommen. Und auch die Stadt könnte uns heute nicht mehr so unterstützen.“

Dass die öffentlichen Vorführungen - an jedem zweiten Freitag im Monat - für den Oktober und den Dezember bereits ausgebucht sind und für den 11. November nur noch wenige Restplätze frei sind, ist nur ein Indiz für die Faszination Weltall. Beeindruckt zeigten sich Debus und Feiler vom teilweise tiefen Wissen ihrer Besucher um das Projekt Volkssternwarte. „Viele haben die Bemühungen und die Umsetzung offenbar intensiv verfolgt“, freut sich Feiler. Etliche der neu gestalteten Info-Flyer wurden am Abend eingesteckt, „wir haben 1000 gedruckt, jetzt sind kaum noch welche da.“ Oliver Debus sieht in dem abendlichen Andrang daher ein deutliches Zeichen: „Die Leute sind heiß auf die Sternwarte - nicht nur die Dornholzhäuser.“ Die Orioner wollen die Nachfrage bestmöglich bedienen. Das Programm der Astronomischen Gesellschaft, nähere Infos gibt’s auf der Seite https://www.agorion.de, wird, jetzt, da die Sternwarte fertig ist, weiter wachsen. Feiler jedenfalls ist sich sicher: „Es geht jetzt erst richtig los!“

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