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Spiegel erstrahlt in altem Glanz

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Von: Torsten Weigelt

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Restauratorin Corinna Bohn mit dem Spiegel der Kaiserin.
Restauratorin Corinna Bohn mit dem Spiegel der Kaiserin. © Renate Hoyer

Spenden ermöglichen die Wiederherstellung wertvoller Gegenstände im Bad Homburger Schloss.

Eine stolze Nymphe mit Blumenkette thront auf dem mannshohen vergoldeten Spiegel. In ihn hat die letzte deutsche Kaiserin Auguste Viktoria geblickt, wenn sie das Telefonzimmer ihrer Bad Homburger Sommerresidenz genutzt hat. Leider waren im Laufe der Zeit mehrere der Akanthus-Blätter abgebrochen, die den Rahmen des Spiegels verzieren. Und die Vergoldung hatte ebenfalls gelitten.

Nachdem Restauratorin Corinna Bohn sich des Spiegels angenommen hat, präsentiert er sich nun wieder in guter Verfassung. Sie habe die lockeren und abgebrochenen Teile der Schnitzereien verleimt, berichtet sie. Fehlende Blattspitzen schnitzte sie aus Lindenholz nach. Außerdem reinigte die Restauratorin die vergoldeten Oberflächen. Wo etwas fehlte, arbeitete sie die Stellen mit Kitt und Blattgold nach. „Um die Vergoldung an die Umgebung anzupassen, wurde sie mit Aquarellfarben eingetönt“, erläutert sie.

Dass der Spiegel restauriert werden konnte, ist einer Spende des Ehepaares Hans und Marianne Schulz zu verdanken. Um das Geld einzusammeln, habe er an seinem 76. Geburtstag auf Geschenke verzichtet, sagt Hans Schulz, der zu den Gründungsmitgliedern des Kuratoriums Bad Homburger Schloss gehört.

Der Initiator der Spendensammlung und frühere Schlossdirektor Kai Mathieu bedankte sich für dieses „bürgerschaftliche Engagement“. Zusätzlich zu dem Spiegel konnte er vor kurzem zwei restaurierte Barockkommoden und einen kleinen Schreibtisch aus dem Schlafzimmer der Kaiserin Auguste Victoria der Öffentlichkeit präsentieren.

An sie hatte der Experte Christoph Dettmering Hand angelegt. Dabei habe er die Führung der Schubladen verbessert und fehlende Teile in der stark beschädigten Balustrade des Schreibtischs ergänzt. In erster Linie sei es aber um die Behandlung der Oberflächen gegangen. Die Möbel seien zwar aus Massivholz gefertigt, aber dennoch durch Furniere verziert worden, erläuterte Dettmering. Diese mussten nicht nur gereinigt und neu lackiert, sondern an manchen Stellen auch ergänzt werden.

Die Restaurierung des kleinen Schreibtischs wurde von dem privaten Spender Hansjoerg Gruber finanziert, die Kosten für die beiden Barockkommoden steuerte die Stiftung zur Erhaltung des Bad Homburger Schlosses aus allgemeinen Spendenmitteln bei.

Die Stiftung ist 2011 vom Kuratorium Bad Homburger Schloss gegründet worden, nachdem die schweren Schäden im Königsflügel bemerkt worden waren. Seitdem konnte sie zahlreiche Einrichtungsgegenstände aus dem Apartment der Kaiserin Auguste restaurieren lassen.

Allerdings wird die Stiftung diese Aufgabe künftig nicht mehr wahrnehmen können. Es habe sich leider niemand gefunden, der die Nachfolge des 80 Jahre alten Kai Mathieu übernehmen wolle, bedauert der stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums, Jürgen Seibert. Gesammelt werden soll aber auch weiterhin. Das werde künftig das Kuratorium direkt übernehmen, kündigt Seibert an.

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