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Seniorensicherheitsberater Peter Hoefler.

Prävention

Senioren in Bad Homburg: Aufklären über Enkeltrick und falsche Handwerker

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Ehrenamtliche Sicherheitsberater klären Senioren über die Tricks von Ganoven auf. Die lassen sich immer wieder Neues einfallen.

Enkeltrick, falsche Polizeibeamte und Handwerker oder die Bitte um ein Glas Wasser an der Haustür. Die Tricks sind vielfältig. Das Ergebnis jedoch immer das Gleiche: Seniorinnen und Senioren werden um ihr Geld gebracht.

Bad Homburg und der Hochtaunuskreis befinden sich als Region mit den hessenweit höchsten Einkommen besonders im Visier der Gauner. Die suchten ihre Opfer gerne mit Hilfe des Telefonbuchs und orientierten sich dabei an Vornamen, die heute nicht mehr so gebräuchlich sind, weiß Peter Hoefler. Der 62-Jährige ist neuer Koordinator der Bad Homburger Sicherheitsberater und zudem seit 14 Jahren im Freiwilligen Polizeidienst aktiv. Sein Tipp: Den eigenen Namen entweder ganz aus dem Telefonbuch streichen lassen, zumindest aber den Vornamen nach dem Modell „A.“ abkürzen.

An einem Info-Stand präsentieren die Bad Homburger Sicherheitsberater am Samstag, 11. Mai, von 9 bis 14 Uhr ihr Angebot in der Fußgängerzone – auf der Louisenstraße zwischen Waisenhausplatz und Schwedenpfad.

Peter Hoefler und sein Team sind unter Telefon 0172/9762815 zu erreichen. Fragen zum Thema Sicherheit für Senioren beantwortet auch Polizeioberkommissarin Nicole Meyer von der Polizeidirektion Hochtaunus, Telefon 06172/120250. twe

Seit einem Jahr bemühen sich die 13 Sicherheitsberater, Senioren über die Tricks der Betrüger aufzuklären. Ganz verhindern könne man deren Treiben nicht, gibt Hoefler zu. „Aber wir wollen die Leute sensibilisieren.“ Gerade weil sich die Maschen immer wieder ändern. So würden derzeit verstärkt ältere Menschen auf der Straße angesprochen mit der Bitte, Geld zu wechseln. Bei der Übergabe sorge ein zweiter Täter für Ablenkung – und, schwupp, sei plötzlich der gesamte Inhalt der Geldbörse verschwunden.

Aber auch den Betrug per Telefon gebe es weiterhin. Alle paar Wochen schwappe eine neue Enkeltrick-Welle durch den Hochtaunuskreis, sagt der Sicherheitsberater. Dabei gingen die Täter psychologisch höchst raffiniert vor und nutzten die Hilfsbereitschaft vieler Senioren aus.

Wie man sich in solchen Fällen am besten verhält, haben die Sicherheitsberater seit dem vergangenen Jahr bei zahlreichen Gelegenheiten wie Seniorennachmittagen, in Altenheimen, Vereinen oder direkt in der Nachbarschaft vermittelt. Geplant sei, demnächst auch eine feste Sprechstunde im Rathaus anzubieten, so Peter Hoefler.

„Das Angebot ist enorm wichtig und hat sich bewährt“, lobt Stadträtin Lucia Lewalter-Schoor (SPD). Die Sicherheitsberater sind Teil des hessenweiten Projekts „Kompass“, an dem Bad Homburg als Modellkommune teilnimmt. Ziel ist eine bessere Zusammenarbeit von Polizei, kommunalen Verwaltungen und Bürgern.

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