Bad Homburg

Schutz vor Hochwasser

  • vonHarald Konopatzki
    schließen

Bäche in Bad Homburg werden renaturiert und eingedeicht. Eine Simulation zeigt die Folgen von Starkregen.

In der Fachwelt gilt als gesichert, dass sogenannte Starkregenereignisse zunehmen, also häufiger in relativ kurzer Zeit viel Regen fällt, der abfließen muss. Diese Ereignisse sind meist kleinräumig, doch die Gebiete, die es erwischt, haben ein Problem.

Auch in Bad Homburg, das vergleichsweise geschützt liegt, gab es in der Vergangenheit Überschwemmungen. Entweder weil im Taunus zu viel Regen fiel, was dann zum Beispiel den Erlenbach über die Ufer treten lässt, aber auch weil Kanalisation und Mulden nicht alles Wasser fassen konnten.

In Politik und Verwaltung ist man dabei, wichtige Weichen für die Zukunft zu stellen. Unter anderem wurde in der jüngsten Parlamentssitzung beschlossen, die Detailplanungen für den Hochwasserschutz für den Stadtteil Ober-Erlenbach durchführen zu lassen. Im Haushalt sind „Mittel für die Eindeichung des Erlenbachs im unmittelbaren Ortsbereich“, in diesem Jahr 30 000 und im kommenden Jahr 300 000 Euro, vorgesehen. Für die Bachrenaturierung von Eschbach und Erlenbach sowie für Mauern und mobilen Hochwasserschutz sind im Etat zusätzlich 250 000 Euro eingestellt.

Treibgutfang errichtet

Doch die Stadt will das Problem Starkregen und Hochwasser auch weit vor den Hauptwasserläufen im östlichen Stadtgebiet angehen. So wurde etwa am Dornbach kurz vor Unterquerung der Urseler Straße für 30 000 Euro ein zentraler Treibgutfang errichtet. „Der schützt die Sicherungsgitter vor den innerstädtischen Verrohrungen gegen Verstopfung“, erklärt Stadtsprecher Marc Kolbe. Die Einlaufgitter vor den Verrohrungen am zentralen Hessenring seien schon häufiger verstopft gewesen, „das führte dann zu einer Überflutung des Hessenrings“, so Kolbe.

Das Zusammenspiel von Niederschlag, Gelände und Abflussmöglichkeiten wurde jetzt detailliert untersucht – die Ergebnisse flossen in eine aufwendige Simulation ein. Die Untersuchung beschäftigte sich mit den Folgen von verschiedenen Starkregenereignissen (47,5 Liter beziehungsweise 80 Liter pro Quadratmeter pro Stunde sowie 261,7 Liter pro Quadratmeter in drei Stunden). Schon 80 Liter innerhalb einer Stunde hätten in der Kurstadt katastrophale Folgen. Das Wasser schösse die Heuchelbachmulde entlang zum Untertor, von dort aus auch in die tiefer gelegene Altstadt, die mehr als zwei Meter hoch unter Wasser stünde. An anderer Stelle ergösse sich Wasser von der Tannenwaldallee und aus der Heuchelheimer Straße in den Schlossgarten – und dort, dem alten Bachlauf oberirdisch folgend, in Richtung Sandelmühle. Eine Wassertiefe von über einem halben Meter würde unter anderem für Kita und Jugendherberge massive Schäden bedeuten.

In den nächsten Schritten sollen die Ergebnisse bei der Feuerwehr, bei Behörden und Versorgungsunternehmen vorgestellt werden. Auch sollen Maßnahmen entwickelt werden, um zum Beispiel die kritische Infrastruktur wie Stromversorgung oder Kommunikationsleitungen besser vor Überflutung zu schützen.

Mehr zum Thema

Kommentare