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Die vielzitierte Champagnerluft tanken am Bahnhof.

Bad Homburg

Schritte zur fahrradfreundlicheren Stadt

Die Stadt Bad Homburg lässt Abstellbügel an Bushaltestellen und eine Luftpumpe installieren.

In einigen europäischen Großstädten hat die Corona-Krise auch Auswirkungen im Straßenverkehr: Fahrstreifen werden für Autos gesperrt und für Fußgänger oder Radfahrer geöffnet. Die Forderung der Fahrradlobby, den Verkehrsraum neu aufzuteilen, scheint plötzlich leichter umsetzbar. Ganz so große Verschiebungen gibt es in Bad Homburg nicht, aber auch hier wird während Corona weiter an der Umsetzung des Radverkehrskonzepts gewerkelt und der öffentliche Raum im Kleinen neu verteilt.

Dabei steht nicht nur die Frage im Mittelpunkt, wie man möglichst schnell und sicher von A nach B kommt, sondern auch, wie man sein Rad in der Stadt sicher anschließen kann. Rund um den Kurpark, am Spielplatz im Jubiläumspark oder im Höllsteinpark können Radfahrer jetzt Fahrradbügel nutzen. Auch in den Stadtteilen sind an zentralen Punkten und Bushaltestellen Bügel installiert worden. „Zahlreiche weitere Bügel“ sollen, so Stadtsprecher Marc Kolbe, noch in diesem Jahr errichtet werden, unter anderem in der Louisenstraße und am U-Bahnhof Gonzenheim.

Ein weiterer kleiner Mosaikstein in Richtung fahrradfreundliche Stadt ist am Bahnhof gesetzt worden: Auf dem Vorplatz steht jetzt eine fest installierte Luftpumpe zur Verfügung, an der sich die Schläuche kostenlos aufblasen lassen. Ein häufig geäußerter Wunsch seitens der Radfahrer war zudem die Schaffung von regengeschützten Stellplätzen. Bis zum Sommer soll ein überdachter Fahrradabstellplatz im Gustavsgarten gebaut werden. Die Kosten für die bisher errichteten Bügel und den überdachten Fahrradabstellplatz belaufen sich auf rund 87 000 Euro.

Bauliche Veränderungen soll es auch andernorts geben. „Schwerpunkte sind da sicher der anstehende radgerechte Umbau des Schulbergs und die Umgestaltung des Bereichs Schleußner Straße und Frölingstraße im Zuge der Entwicklung des Vickers-Areals“, so Kolbe. Zudem wird im Rathaus geprüft, ob weitere Einbahnstraßen für Radfahrer entgegen der Fahrtrichtung geöffnet werden, wie unter anderem bereits in der Promenade. Derzeit geplant werde zudem, so Kolbe, den verlängerten Ahlweg von Ober-Erlenbach in Richtung Nieder-Erlenbach zu befestigen und für Radfahrer freizugeben.

Die Stadt weist darauf hin, dass Bürger Mängel in der Radinfrastruktur online melden könnten. Auf der Homepage www.bad-homburg.de geht es unter „Leben in Bad Homburg“, „Mobilität“ und „Verkehrsplanung“ zum Reiter „Radverkehrskonzept“. Dort ist unter anderem das Meldeportal des Integrierten Verkehrs- und Mobilitätsmanagements verlinkt, bei dem Bad Homburg seit 2009 Mitglied ist. „Dort kann etwa gemeldet werden, wenn eine Hecke in den Radweg wächst, Umlaufgitter stören oder Markierungen fehlen oder verblasst sind“, erklärt Kolbe. Dank der Hinweise seien schon einige Mängel beseitigt worden. (hko/red)

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