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Schönheitskur fürs Rathaus

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Von: Götz Nawroth-Rapp

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Das Rathaus soll umgebaut werden.
Das Rathaus soll umgebaut werden. © Michael Schick

Der Verkauf des betagten Bad Homburger Rathauses verspricht eine deutliche Aufwertung, und die Stadt umschifft die notwendige kostspielige Sanierung.

Die Pläne zur Nutzung des Rathausgebäudes werden konkreter: Mit einer Änderung des Bebauungsplanes will der Magistrat die Weichen für die Zukunft stellen.

„Wir sanieren derzeit das Technische Rathaus und bereiten den Umzug eines Teils der Verwaltung vor“, sagt Oberbürgermeister Michael Korwisi (Grüne). Die Arbeitsplätze für gut 150 Mitarbeiter sollen nach Abschluss der Modernisierungsarbeiten in das denkmalgeschützte Gebäude ziehen, das ehemals als Dienstsitz der Bundeswertpapierverwaltung fungierte. Seit 2007 ist es im Besitz der Stadt.

Der Umzug soll allerdings erst Ende 2014 abgeschlossen sein. Nach Darstellung von Korwisi ist die Lösung mit Verkauf des Rathauses und dem Teilumzug in das Technische Rathaus die wirtschaftlich sinnvollste aller geprüften Varianten.

Die Stadt verhandelt derzeit mit dem Unternehmer Werner Wicker über die Übernahme des Rathauses. Für die auch nach dem Verkauf von der Stadt genutzten Räume wäre die Stadt dann Mieter bei Wicker. Rund 250 Mitarbeiter der Stadt sollen auch künftig dort arbeiten. Die Stadt erwägt zudem, die Revisionsabteilung mit sieben Mitarbeitern dort einzugliedern, die derzeit noch in einem städtischen Gebäude in der Schönen Aussicht tätig sind.

Stadtladen bleibt am alten Standort

Die vom Magistrat angestrebte Änderung des Bebauungsplanes könnte das Gesicht des Rathausgebäudes nachhaltig verändern. Eine Veränderung der Baugrenze könnte das Gebäude um fünf Meter näher an die Louisenstraße heranrücken lassen. Auf dem Dach soll ein zusätzliches Geschoss erreichtet werden, das Gebäude so für Händler und Kunden deutlich an Attraktivität gewinnen.

Mit dem Verkauf umschifft die Stadt die kostspielige Sanierung ihres in die Jahre gekommenen Rathausgebäudes.

Die steht demnächst an, denn das in den 70er Jahren gebaute Haus hat beim Brandschutz einigen Nachholbedarf und steht bei der Energieeffizienz im Vergleich zu modernen Gebäuden miserabel da. Eine Sanierung, so war es einmal beziffert worden, würde gut 20 Millionen Euro verschlingen, ein Neubau hätte ungefähr das doppelte dessen gekostet.

Da ist der Verkauf, der der Stadt auch noch einen Millionenerlös bringen wird, aus Sicht Korwisis der richtige Weg – selbst dann, wenn die Mietkosten für die Stadt mit der Zeit steigen. Ob auch nach dem Jahr 2015 ganze vier Stockwerke von den städtischen Mitarbeitern belegt werden, bleibt abzuwarten. In jedem Fall werden der Bürgermeister wie auch der Oberbürgermeister weiterhin am Rathausplatz arbeiten, und der Stadtladen soll mit seinem Informationsangebot ebenfalls an seinem angestammten Standort in der Einkaufspassage bleiben.

Auch nach dem anvisierten Verkauf soll die Tiefgarage unter dem Gebäude öffentlich nutzbar sein. Der künftige Eigentümer soll die Ladenpassage gemeinsam mit der städtischen Kur- und Kongreß GmbH betreiben. Ein Beschluss zur Änderung des Bebauungsplanes soll laut Korwisi in der kommenden Woche erfolgen, das letzte Wort hat dazu dann die Stadtverordnetenversammlung – voraussichtlich werde das Thema am 28. November abstimmungsreif sein, sagt Oberbürgermeister Korwisi.

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