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Die Windhunde können in nur wenigen Sekunden auf 70 Stundenkilometer beschleunigen.
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Die Windhunde können in nur wenigen Sekunden auf 70 Stundenkilometer beschleunigen.

Bad Homburg

Schnelle und schöne Windhunde

  • VonJürgen Streicher
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Die Tiere messen sich im Leistungstest beim Festival im Bad Homburger Jubiläumspark.

Gedopt oder nicht gedopt, das ist zwischen Champagnerluft und Tradition keine Frage, die ernsthaft diskutiert wird. Schnelligkeit durch Naturdoping, Rinder- und Lammpansen etwa, Kälbersticks oder als Leckerli Rindernasen, Schlund und Lamm-Kopfhaut, den Beutel zu 1000 Gramm für um die 17 Euro. Alles zu erschwinglichen Preisen also, und ganz offen gehandelt wie auch schmückendes Beiwerk für den Hund an mobilen Ständen, die nicht anders aussehen wie bei jedem Festival mit den üblichen Devotionalien.

Beim „Windhund-Festival“ im Jubiläumspark der Kurstadt zeigen die Auslagen, was der schnelle, vornehme Hund neben seiner Grundnahrung in seinem schicken Futternapf findet. Jenseits der Dopingfrage, die Hunde sind verdammt schnell. Von null auf locker 70 Stundenkilometer in Sekunden. Auf der Jagd nach dem falschen Hasen aus Plastikfetzen, der an einem Seil durchs mit Flatterband abgesperrte Renngebiet rast, würden sie jeden menschlichen Wundersprinter ziemlich alt aussehen lasse. Nur Haut, Knochen, Sehnen, viel Lunge und vor allem straffe Po-Muskeln, wie Moderatorin Sarah erläutert. Dass noch viel mehr reinpasst in die windschnittigen Hunde mit den schnellen Füßen, kann man sich kaum vorstellen.

Schönheit und Leistung sei das Zuchtziel, erläutert die Besitzerin von zwei kurzhaarigen englischen Windhunden. Rennen liegt in der Natur der „Sichtjäger“, schon im Vorraum vor dem Rennstart ist die Spannung und Nervosität spürbar. Die Hunde zerren an der Leine, Jagdfieber im Rund und außerhalb, wo auch die Außer-Konkurrenz-Kollegen, die später im „Jederhundrennen“ starten werden, kaum noch zu halten sind. Ein Bellen, Heulen, Winseln, Sonntagskonzert im Kurpark. Das in diesem Jahr gewählte „Coursing“ scheint den Jagdtrieb der eleganten Afghanen im langen Fellkleid und der im Vergleich nackten Greyhound-Hündinnen besonders zu befördern.

Zickzack-Kurs statt Rundenrennen, das kommt dem Jagdverhalten der Windhunde sehr nahe. Die afghanischen unter ihnen haben das Jagen im bergischen Gelände im Blut, außer Schnelligkeit sind da Reaktionsvermögen und Geschicklichkeit gefragt. Beim „Coursing“ sind nur zwei Hunde gleichzeitig am Start, dem natürlichen Trieb folgend arbeiten sie bei der „Jagd“ bisweilen hervorragend zusammen. Kein Gedränge von Mensch und Hund am Start, das war Hintergrund der Entscheidung für diese Art des Wettkampfes. In Pandemie-Zeiten wurde das Programm samt Nebenschauplätzen deutlich heruntergefahren, nur eine Handvoll Stände auf dem sonst schier unbegrenzten Markt für den Liebhaber von Hundezucht, keine Tribüne beim Rennen. Vielleicht sind es 100 Zuschauer, in anderen Zeiten locker über 1000.

Gegen Mittag ist die Szene an beiden Tagen weitgehend unter sich. Hunde chillen auf Decken im Gras, Fachgespräche bestimmen die Konversation unter den Teilnehmern und vereinzelten vorbeiflanierenden Zuschauern. Ein sandfarbener Afghane mit langer Ganzkörpermähne und geflochtenen Zöpfen neben den Ohren wird von drei Leuten für die Schönheitskonkurrenz vorbereitet. Das würden allerdings nur Laien so nennen, strenge Richter bewerten Aussehen und Gang der Hunde, Farbe und Struktur des Fells, die Winkelung der Gliedmaße, die Gebäude genannt wird, sein Verhalten im flotten Gang an der Leine von Frauchen oder Herrchen. Der Titel „Champion“ muss verdient werden.

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