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Reiseführer in die Antike

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Offizieller Cicerone im Naturpark: Christofer Neuhaus. mad
Offizieller Cicerone im Naturpark: Christofer Neuhaus. mad © mad

Bad Homburg Christofer Neuhaus bietet als Limes-Experte einen Einblick in die Zeit der Römer

Dieser Cicerone könnte einem Bilderbuch entstiegen sein. Von großer Gestalt, mit toller Stimme ausgerüstet. Man traut ihm zu, dass er sich nicht nur mit den Römern auskennt. Dass er altem Gemäuer wie dem Limes, dem historischen Grenzwall im Taunus, Leben einhaucht. Wenigstens stundenweise, bei den Führungen, die er für den Naturpark Taunus macht. Oder in der Tunika, um die Phantasie noch zusätzlich anzufachen.

"Limes-Cicerone der Deutschen Limeskommission" heißt es auf dem Ausweiskärtchen am Karabinerhaken und "Kulturvermittler am Unesco-Welterbe Grenzen des Römischen Reiches - Obergermanischer-Raetischer Limes". Die Tunika ist an diesem Vormittag nicht dabei. "Die trage ich, wenn ich als Cicerone durchs Kastell führe", sagt Neuhaus. "Sie ist wie ein schweres übergroßes Hemd aus Leinen und wird mit einem Gürtel befestigt. Meine Frau hat sie genäht." Er trägt sie über sommerlicher Alltagskleidung.

Neuhaus ist seit 2007 ehrenamtlicher Naturparkführer mit Schwerpunkt "Römer im Taunus". Der "Naturpark Taunus" ist 12 000 Quadratkilometer groß. Nach der Pensionierung suchte er eine neue Aufgabe und stieß auf diese Tätigkeit, die nochmals den ganzen Mann forderte, auch mit Prüfungen, dem Lehrgang 2012 als "Zertifizierter Natur- und Landschaftsführer" oder als "Limes-Cicerone der Deutschen Limeskommission". "Ich verbinde den Menschen mit der Natur", fasst er seine Aufgabe unter freiem Himmel zusammen, etwa wenn er die missliche Lage des Waldes erläutert.

Die Wanderlust sei seit Corona gebremst. "Die Leute sind unterwegs, mit dem Auto, mit dem Flugzeug", sagt Neuhaus. Vor der Epidemie führte er wöchentlich Schülergruppen zur Saalburg.

Neuhaus wurde 1944 in Bayern geboren. Der Weiler liegt am Ende des Limes an der Donau und könnte allemal als Omen herhalten für die ehrenamtliche Tätigkeit hier. Er sagt: "Ich hatte zunächst im Kreisarchiv das Pressearchiv auf Vordermann gebracht. So kam die Verbindung zum Naturpark."

Nach Abitur und Wehrdienst besuchte er die "Akademie für Welthandel", machte eine kaufmännische Lehre bei der Metallgesellschaft. Seine Karriere führte die Familie, Ehefrau und Tochter, zweimal fünf Jahre nach London, wo er die Geschäftsleitung als Managing Director übernahm. Als Kind wanderte Neuhaus mit der Familie in den bayerischen Bergen. Das habe ihn damals nicht immer begeistert. Aber da gab es ja auch noch keine Wanderführer.

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