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Oase hinter Bahngleisen

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Blickachse mit Erlöserkirche: Viele Wohnhäuser sind annähernd fertig, manche schon bezogen. hillebrecht
Blickachse mit Erlöserkirche: Viele Wohnhäuser sind annähernd fertig, manche schon bezogen. hillebrecht © ahi

Bad Homburg Baugebiet auf Ex-Vickers-Areal nimmt Formen an

In den Schaberweg kommt man so oft nicht. Er liegt etwas abgelegen; Industriebetriebe und die Ditib-Ulu-Moschee sind dort, dahinter die Bahngleise. Doch nun ist das Gebiet dabei, urban zu werden. Zwischen Schaberweg und Frölingstraße - auf dem Gelände des ehemaligen Hydraulikpumpenherstellers Vickers - entsteht ein neues Wohngebiet mit 285 Domizilen. Bis Juni 2023 soll es komplett fertig sein.

Rund 70 Wohnungen im westlichen Teil, in Richtung der Firma Ringspann, sind seit dem Frühjahr bereits bezogen. Entlang der Schleußnerstraße dagegen wurde vor ein, zwei Wochen erst der letzte Rohbau errichtet, und kurz zuvor ist der letzte Kran verschwunden. Seit dem Abriss der Turnhalle Anfang 2020 wird das Areal von West nach Ost fertiggestellt. Entwickler ist die Firma Conceptaplan.

Das neue Wohngebiet in Bad Homburgs Mitte trägt den Namen "Stadtgärten am Hölderlinpfad". Und tatsächlich führt die Route, auf der der Dichter bei seinem Marsch vom Schloss über die Felder nach Frankfurt gewandert sein soll, knapp östlich an dem Gebiet vorbei.

Felder, Parks und Wald sind heutzutage zwar ein paar Schritte entfernt; dennoch soll man hier im Grünen wohnen. Daher liegt der Fokus auf den Außenanlagen - der Garten gilt bei Conceptaplan als Lebensraum. "Das Wohngebiet ist autofrei und hat große Spielplätze", berichtet Projektleiter Alexander Hug. Zwischen den Mehrfamilienhäusern sind drei Gemeinschaftsflächen mit Spielplätzen und Bäumen vorgesehen - für den größten in der Mitte des Areals sind laut Hug mehr als 20 Bäume geplant. Die Gärten der Erdgeschosswohnungen und Reihenhäuser umgeben keine Zäune, sondern Busch-Reihen mit kleinen Durchlässen vor allem für die Kinder. Vorbild sind die "Stadtgärten am Henninger Turm" in Sachsenhausen.

Wegen Bäumen

Baugebiet verschoben

Die Bäume kauft das Unternehmen schon acht, neun Meter groß bei einer Baumschule in Norddeutschland an und setzt sie hier ein. Somit wirkt der bereits fertige erste Wohnpark im Innern des Gebiets nicht wie ein soeben bezogenes Baugebiet.

Weil die Stadtverordneten zwischenzeitlich beschlossen hatten, dass in der Frölingstraße rechts und links ein Radweg in beide Richtungen angelegt werden soll, fehlte der Platz für weitere junge Bäume, die vor der Randbebauung vorgesehen waren. Die Stadt hätte sie gestrichen, berichtet Hug, doch Conceptaplan plante nochmal um. Das Baugebiet rückte eineinhalb Meter in Richtung Schaberweg, und nun zieren schlanke Buchen die Häuserfront.

30 Prozent der 285 Wohneinheiten sind öffentlich geförderte Domizile - laut Friedewald mit einem Quadratmeterpreis von 5,30 oder 9,50 Euro ("Homburger Modell"). Dieser "bezahlbare" Wohnraum ist in den Mehrfamilienhäusern auf mehrere Stockwerke verteilt - die Durchmischung war auch der Stadt wichtig. 91 Eigentumswohnungen gibt es zudem hier - sie sind alle verkauft. Die Preise schwankten zwischen anfangs 5900 und später 6700 Euro pro Quadratmeter.

Von den Mietwohnungen werden die 80 letzten Domizile erst im kommenden April angeboten, wenn sie fertig sind. Die neuen Bewohner dürfen sich über bodentiefe Fenster und 2,62 Meter (in den Penthäusern sogar 2,72 Meter) hohe Decken freuen. Mitten im Quartier entstehen 16 Reihenhäuser ("Stadthäuser"), in denen je eine Familie auf vier Ebenen leben kann. Entlang des Schaberwegs soll Anfang 2023 ein Tegut-Supermarkt eröffnen. Weiter sind die Arbeiten obendrüber: Auf dem Dach entsteht eine Kita mit dem passenden Namen "Gipfelstürmer" für insgesamt mehr als 120 Mädchen und Jungen. Die Innenräume (1200 Quadratmeter) werden derzeit geweißelt. Am 1. November soll sie in Betrieb gehen. Das Besondere an der Kita ist das 1800 Quadratmeter große, geschützte Außengelände auf der Dachterrasse, das von mehreren Räumen aus direkt begehbar ist.

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