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Neuerungen locken auf die Saalburg

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Trotz monatelanger Schließung kamen voriges Jahr 65 000 Gäste.

Fußsoldaten, Reiter und 600 Playmobil-Männchen, alle in einer Vitrine auf Kinderaugen-Höhe, daneben zwei römische Soldaten in voller Montur mit ausgestopftem Pferd, so lebensecht, als würde es gleich losgaloppieren. Die neue Dauerausstellung zu den Waffenkammern des Römerkastells hat, seitdem sie im November eröffnet wurde, einen ganzen Schwung an Interessierten auf die Saalburg geführt. Ein Segen für das coronagebeutelte Museum, das im vergangenen Jahr bis zum 18. Mai geschlossen hatte.

Strömten vor der Pandemie zuletzt jährlich rund 120 000 Besucher:innen ins Römerkastell, haben Museumsleiter Professor Carsten Amrhein und sein Team 2021 immerhin noch fast 65 000 Gäste gezählt; 2020 waren es trotz Lockdowns um die 75 000. Vor allem vor dem Hintergrund, dass pandemiebedingt auch fast alle Veranstaltungen abgesagt werden mussten, wertet Amrhein in seinem Jahresrückblick diese Zahl als Erfolg und Bestätigung. Denn Frequenzbringer sind auf der Saalburg vor allem die Aktionstage etwa zum Brotbacken oder wenn sich die Vindeliker-Kohorte angesagt hat.

Die Neuerungen spielen sich vor allem im Digitalen ab: Die Römer gehen online! Schließzeiten gaben den Experten Zeit, sich hier neu aufzustellen. Auf www.saalburgmuseum.de findet sich nun die „digitale Sammlung“ mit ausgewählten Funden mit Foto, 3D-Scan und einigen Videosequenzen zu Verwendung und Herstellung der beschriebenen Exponate. „Vielleicht haben die Leser ja Lieblingsobjekte, die sie trotz Schließung des Museums gern ansehen würden?“, so Amrhein. Man kann eine Mail an info@saalburgmuseum.de schicken – denn es könnten noch Funde aufgenommen werden. Auch tummeln sich viele Römer-Fans mittlerweile auf den Kanälen der Saalburg bei Instagram und Facebook. Fertig ist ein digitaler Saalburg-Guide; von Februar an können Besucher:innen ihn per Smartphone aufrufen und sich durch Kastell und Ausstellungen führen lassen.

Schau über Waffentechnik

Auch in der besagten Schau in der Principia über die Waffentechniken der Römer, die noch länger zu sehen ist, gibt es Neues. So kann man zum einen sehen, wie groß etwa ein Geschütz war, und wie es funktionierte; man kann aber auch an einem Apparat fühlen, wie stark Torsion wirkt oder die Nachbildungen eines Schwertes oder Kettenhemdes in die Hand nehmen.

Im Sommer sahen sich viele die Sonderausstellung „Hammer! Handwerken wie Kelten und Römer“ an – sie wurde bis 31. Oktober verlängert. Dabei war zu erkennen: Viele Handwerkstechniken und Werkzeugformen werden bis heute fast unverändert angewendet, wie ein Blick in den Baumarkt zeigt.

Als Freilichtmuseum konnte die Saalburg Daheimgebliebenen „ein bisschen Urlaubsgefühl an der frischen Luft und Abwechslung von Kurzarbeit, Homeoffice und digitalem Unterricht bieten“, so Amrhein. Alle hätten sich an die Corona-Regeln gehalten.

Am 18. Februar startet eine neue Sonderausstellung, die das Leben in einer römischen Großstadt am Beispiel Trier in den Fokus nimmt. Auch ein kleines Jahresprogramm wird es auf der Saalburg geben, wenn das Virus es zulässt. Info dazu gibt es in einer unserer nächsten Ausgaben.

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