Bad Homburg

Neuer Vorstoß zu U2-Ausbau

  • vonHarald Konopatzki
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Die Fahrgastlobby Hochtaunus will zunächst eine Idee beisteuern, um eine breite öffentliche Diskussion anzustoßen. 

Wie könnten die nördlichen Homburger Stadtteile an das Schienennetz angebunden werden, ohne dass dafür eine teure und komplizierte Trassierung durch die Innenstadt nötig wäre? Mit dieser Frage haben sich jetzt Aktive der Fahrgastlobby Hochtaunus um Bernd Vorlaeufer-Germer und Helmut Lind beschäftigt - und fügen damit eine neue Möglichkeit zur Homburger Straßen- und U-Bahn-Planung hinzu.

Die 2003 gegründete Gruppe will zunächst eine Idee beisteuern, um eine breite öffentliche Diskussion anzustoßen. „Wir sind keine Planer und keine Experten, aber wir wissen, dass die Verlängerung der U-Bahn bis zum Bahnhof allein nicht die optimale Lösung ist“, sagt Vorlaeufer-Germer.

Der Weg durch die Innenstadt sei verbaut, ein Tunnel heute nicht mehr finanzierbar. Und auch eine Trassierung über den Hessenring sei nicht darstellbar, meint Dietrich Andernacht, der wie Mario Hecker und Walter Söhnlein an dem mehrmonatigen Brainstorming teilgenommen hat.

Dabei herausgekommen ist eine Art „Stedter Bogen“, über den die Züge vom Bahnhof kommend zunächst entlang der bestehenden Gleise und dann an den Hauptstraßen entlang um den Platzenberg herumgeführt werden, um im Bereich der Fußgängerbrücke zwischen Kirdorf und Dornholzhausen die Endhaltestelle anzusteuern.

Kritisch dürfte vor allem das vergleichsweise kurze Stück zwischen den bestehenden (S-Bahn-)Schienen und dem Niederstedter Weg sein. Dort fließt der Dornbach, mit der Urseler Straße quert eine Hauptverkehrsachse, und direkt dahinter blockieren Umspannwerk THW und DRK den Weg auf der einen Bachseite, auf der anderen ist mit der alten Niederstedter Dorflinde ein Naturdenkmal in den Karten verzeichnet. Zur Not müsse es eben weiter südlich gehen, mit einer Über-oder Unterführung.

Das Wohlwollen der Nachbarn – ein guter Teil des Bogens verliefe über Oberurseler Gebiet – könnte sich das Projekt durch einen U-Bahn-Halt am Ortsrand von Oberstedten im Bereich Mariannenweg sichern.

Idee sieht noch zwei weitere Haltepunkte vor

Die Idee sieht noch zwei weitere Haltepunkte vor. Am Niederstedter Weg könnte eine Station Kunden ins Gewerbegebiet locken und Pendler aus der südlichen Berliner Siedlung anziehen. Außerdem sollen die Züge – grob gesagt – im Bereich Heuchelheimer Hohlweg oder Kälberstücksweg halten. Damit soll die Gartenfeldsiedlung und der Bereich am Graf-Stauffenberg-Ring in Dornholzhausen angebunden werden. Die Linienführung der Stadtbusse soll nach Möglichkeit an die neuen Haltestellen angebunden werden.

Eine solche Verlängerung wäre ein Mammutprojekt, eine Umsetzung dürfte Jahre, eher Jahrzehnte dauern. Andererseits zeigt der Blick nach Frankfurt, dass auch neue Strecken kein Tabu sind. So wird angesichts der anstehenden Fortschreibung des Frankfurter Gesamtverkehrsplans (GVP), beziehungsweise des GVP Schiene 2030, etwa die Möglichkeit einer neuen Stadtbahnverbindung von Bonames über Nord-Harheim nach Nieder-Erlenbach untersucht.

„Wir werden die Idee in die Stadtverordnetenversammlung einbringen“, sagt Vorlaeufer-Germer, der für die Linke in dem Gremium sitzt und das Projekt auch ins Verkehrskonzept einfließen lassen will. Dass der Bahnhof Bad Homburg mittelfristig zum Knotenpunkt werden soll – außer der U2 sollen dort die Regionaltangente West und die RB16 aus Friedberg angebunden werden – ist gesetzt. Mit der Regionaltangente Nord (eine Verbindung nach Bad Vilbel) gibt es schon die nächste Idee.

Ob der neue Vorschlag der Bad Homburger Bahn-Enthusiasten durchführbar ist, was er kosten würde und ob es Alternativen gibt, soll nun diskutiert werden. „Wir freuen uns auf Reaktionen“, sagt Bernd Vorlaeufer-Germer.

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