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So stellt sich der Investor das Gebäude vor.

Bauvorhaben

Neuer Anlauf zu Kino und Club in Bad Homburg

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Schon seit Jahren soll am Bahnhof ein Unterhaltungskomplex für ein junges Publikum entstehen. Nun steht ein neuer Investor dafür bereit.

Ende des vergangenen Jahres schienen die Träume für einen Unterhaltungskomplex mit Kino und Club am Bad Homburger Bahnhof geplatzt. Die Verhandlungen mit der Deutschen Anlagen Leasing (DAL) waren gescheitert, die Fläche unterhalb des denkmalgeschützten Wasserturms, auf der einmal ein großes Postgebäude gestanden hatte, schien auf Jahre eine unansehnlichen Brache zu bleiben.

Doch gerade einmal drei Monate später hat Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) nun überraschend einen neuen Interessenten für das Prestigeprojekt präsentiert. Bereits am gestrigen Freitag stellte Geschäftsführer Dennis Barth vom Hamburger Immobilienentwickler Procom den Mitgliedern von Magistrat und Stadtparlament seine Pläne für einen Kinokomplex mit Club, Parkhaus und ein wenig Einzelhandel vor.

Geplant sind sieben Kinosäle mit 900 Sitzplätzen. Diese könnten auch zeitweise für andere Zwecke genutzt werden, erklärte der Oberbürgermeister, etwa für Kongresse. Als Betreiber ist die Kinopolis-Gruppe im Gespräch, die unter anderem im Main-Taunus-Zentrum vertreten ist.

Der Club, für den ein anderer Betreiber gesucht wird, soll einen gesonderten Eingang bekommen und auf zwei Ebenen angeordnet werden. Das eröffne die Möglichkeit für eine Rooftop-Bar, sagte Hetjes. Damit greife man einen Vorschlag auf, den Bad Homburger Jugendliche jüngst bei den Beratungen für das Stadtentwicklungskonzept gemacht hatten.

Das Parkhaus soll in den Gebäudekomplex integriert werden und rund 300 Stellplätze bieten. Was die Einzelhandelsflächen betrifft, gehe es um drei kleinere Geschäfte. Voraussetzung sei, dass dadurch keine Konkurrenz für die Händler in der Innenstadt geschaffen werde, sagte der Oberbürgermeister zu.

Procom will das ehemalige Postareal am Bahnhof kaufen und das Gebäude auf eigenes Risiko bauen und betreiben. An dieser Frage waren dem Vernehmen nach die Verhandlungen mit der DAL gescheitert. Der Preis für das Gelände richte sich nach dem aktuellen Bodenrichtwert, betont der Oberbürgermeister. Demnach würden knapp 3,7 Millionen Euro in das Stadtsäckel fließen.

Noch wichtiger dürfte den meisten Politikern aber sein, dass es mit dem seit langem vorangetriebenen Vorhaben endlich los geht (siehe Info-Box). Alexander Hetjes geht davon aus, dass die Bauarbeiten bereits im nächsten Jahr beginnen könnten, wenn das Parlament dem Grundstücksverkauf zustimmt. Eine europaweite Ausschreibung sei diesmal nicht nötig, da es sich um einen reinen Grundstücksverkauf handele und in den Verträgen kein beschaffungsrechtlicher Bezug zu Gunsten der Stadt eingebaut werde.

Procom ist in Bad Homburg nicht unbekannt. Schließlich hat das Unternehmen aus Hamburg bereits das Grundstück neben dem ehemaligen Postgelände erworben. Dort will es bis 2021 ein Büroquartier mit insgesamt 23 000 Quadratmeter Mietfläche errichten.

Der während der Verhandlungen mit der DAL vorgesehene Umzug der Stadtwerke an den Bahnhof werde nicht weiterverfolgt, teilte Hetjes mit. Neben dem bestehenden Standort in Ober-Erlenbach würden derzeit zwei weitere Flächen geprüft. Dabei handelt es sich um das frühere Lilly-Gelände nahe der PPR-Kreuzung in Dornholzhausen und das Süwag/Syna-Verwaltungsgebäude an der Urseler Straße.

Der Oberbürgermeister will die Vorlage über den Grundstücksverkauf an Procom bereits am kommenden Montag in den Magistrat einbringen. Das Stadtparlament wird sich dann erstmals in seiner Sitzung am 11. April damit befassen. Ziel sei, dass die Stadtverordneten in der Juni-Sitzung endgültig über die Verträge mit dem Investor abstimmen, so Hetjes.

Historie

2010 hatte der damalige Oberbürgermeister Michael Korwisi (Grüne) Pläne für ein „Move&Groove-Center“ vorgelegt, das neben Kino und Club auch eine Trendsporthalle beinhalten sollte. Die Ausschreibung dazu wurde jedoch 2016 von dem neuen schwarz-roten Bündnis gestoppt.

Kurz darauf eröffnete die Koalition um Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) eine europaweite Ausschreibung. Diesmal sollte auf dem Areal auch die Verwaltung der Stadtwerke unterkommen. Die Verhandlungen mit dem Investor Deutsche Anlagen Leasing (DAL) scheiterten Ende vergangenen Jahres an Finanzierungsfragen.

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